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Reisebericht: Singapur - Johor Bahru - Muar
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Reisebericht: Malaysia 2000 Reise
Singapur - Johor Bahru - Port Dickson - Muar - Malakka
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Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 2000
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
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Von Hannover nach Amsterdam
Abflug ist am 19.10.2000
Abends weiter von Amsterdam nach Singapur
Singapur, Royal Plaza on the Scott’s Orchard Street
20. bis 21.10.2000
Der Flughafen in Singapur ist sehr weitläufig. Ohne großes Gepäckwarten und mit
unkonventioneller zügiger Abfertigung. Wer nichts zu verzollen hat, der darf bei Grün
durch gehen.(to tout: Kunden ran schleppen - werben).
Wir fallen beinahe auf einen Taxianbieter rein. Christian rechnet, wir warten bis das Taxi
gefüllt ist und fahren dann mit dem nächsten für weniger als die Hälfte des zunächst
verlangten Preises.Im Fünfsternehotel riecht es nach "Kammerjäger" Am nächsten
Morgen sehen wir dann einen in Aktion wie er Insektenvertilgungsmittel versprüht (oder was
auch immer sonst)
Singapur ist für uns eine Mischung aus Amerika und Paris. Der Borders Bookshop ist fast
identisch zu seinen amerikanischen Filialen, das Kundenverhalten ist ähnlich (Besonders in
der Kinderbuchhandlung werden die angesehenen Bilderbücher wahllos irgendwo abgelegt, man
amüsiert sich mit den Büchern so als hätte man sie schon gekauft.)
Singapurs Innenstadt: eine saubere, moderne, grüne, glänzende, glitzernde Stadt – eine
reiche Stadt. Alle Top Designer sind hier mit Läden vertreten. Die Auswahl in den Läden ist
oft nicht groß, man hat den Eindruck, dass es mehr darauf ankommt mit seinem Firmenlogo
Präsenz zu zeigen.
Singapore ist eine Multikultistadt: Viele Religionen mit entsprechenden Gotteshäusern,
viele Nationalitäten.
Draußen ist es schwül, in den Kaufhäusern empfängt einen angenehme Kühle. In einem
Supermarkt lockt uns ein Stand mit gegrilltem Fleisch.Chicken mit honey am Spieß hat es uns
angetan. Vor dem Kaufhaus sind kleine halb runde Mauernischen aus Marmor mit integrierten
Sitzmöglichkeiten.
Über uns hören wir das tosende brausende Singapur. Wir genießen unser Hühnchen in einer
dieser Mauerecken und lassen die Menschen an uns vorbeiziehen. Fast jeder hat hier ein
Handy: Besonders faszinierend ist für mich die Kleinheit dieser Teile und die Art wie jeder
zweite oder dritte wie selbstverständlich mit jemandem telefoniert und gleichzeitig
spazieren geht und sich die Fensterauslagen anschaut.
Anschließend erstehen wir ein Harry Potter Buch: H.P. and the philosopher's stone von
J.K.Rowling Es gibt 20% Rabatt.
Abends genießen wir unser Zimmer in einem Hotel in der berühmter Orchard Street und
schlafen relativ gut. Das reichhaltige Frühstücksbuffet versöhnt uns mit allem, auch mit
der Tatsache, dass der Wein hier sehr teuer ist: Japanisches, chinesisches Essen, Käse
satt, Obst, Müsli, gegrillter Lachs – es ist alles da.
In aller Ruhe machen wir uns anschließend auf den Weg: Christian hat alles geplant: Mit der
MRT, der U-Bahn fahren wir bis City Hall. Dort schauern wir uns Raffles City und das
Raffles Hotel an.
Im Garten des Raffles sieht es aus wie im Tropenwald. Beos fliegen herum ( Walter meint es
seien Krähen).
Von 4 Brüdern wurde 1887 dieses Hotel eröffnet und im Laufe der Jahre im Kolonialstil
erweitert. Benannt wurde es später nach dem Begründer des modernen Singapur. Dieses Hotel
wird in vielen englischen Romanen erwähnt, denn es diente als Durchgangslager für
Kriegsgefangene für die Engländer. Größen wie Kipling, Maugham, Coward, Gardner und
Taylor waren hier schon zu Besuch.
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1987 wurde es National Monument.
1989 wurde das Hotel geschlossen und gründlich renoviert. 1991 fand die Wiedereröffnung
statt
Wir bestaunen die äußerst lecker aussehenden Erdbeertörtchen, die in der
Bäckerei und dem Café zu sehen sind. Auch die anderen Torten sind kunstvoll verziert.
Wir gehen weiter zur MRT. Walter fragt noch einmal genau wo wir hin wollen. Wie viel
Stationen. Ja, und dann passiert es: Walter ist im Zug, wir nicht. Gut, dass er noch mal so
genau nachgefragt hat. In Bugs treffen wir uns wieder. Christian führt uns. Es ist heiß,
Walter fragt mich, ob das wirklich die richtige Richtung sei. Ich bin treu ergeben und folge
Christian schwitzend. Wir kaufen eine Flasche Wasser und stellen dann fest, dass wir die
ganze Zeit in die verkehrte Richtung gelaufen sind. Also zurück: Laufen und schwitzen.....
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Crowne Plaza Johor Bahru
21.10.2000 bis 22.10.2000
Am nächsten Tag machen wir uns vom Hotel in der Orchardstreet direkt auf zum Busbahnhof um
von dort über die Grenze nach Malaysia zu fahren. An der Bushaltestation sind riesige
Warteschlange vor den jeweiligen Abfahrtsstellen. Wir stehen an und stehen an. Vorher haben
wir uns bei mit wartenden Einheimischen erkundigt, ob wir richtig stehen. Auf einmal packt
uns einer freundlich am Arm und drängt uns zu einer Haltestelle, wo nur wenige Leute
stehen. Die anderen in der Schlange bleiben alle stehen, wir steigen in den benannten Bus.
Zuerst sind wir nicht ganz sicher, ob wir im richtigen Bus sitzen. Wir fahren an
Prachtvillen vorbei, vorbei an der Universität, an riesigen Grünflächen.
Schließlich nach langer langer Zeit hält der Bus am Busbahnhof vor dem Checkpoint nach
Johor Bahru. Die Stadt liegt Singapur gegenüber und ist mit dem Stadtstaat durch den
sogenannten "Causeway" verbunden über den der gesamte Autoverkehr läuft wie auch
die Bahnlinie, die bis in die City von Singapur reicht.
Wir klettern raus aus dem Bus. Unser netter einheimischer Berater, dessen englisch wir so
schlecht verstehen winkt uns noch kurz zu. Er muss sich nach dem Ausfüllen der
Ausreiseanträge in eine andere Warteschlange stellen.
Eine nette Frau am Passschalter nimmt uns unsere Einreisetickets ab. Wir gehen mit den
Koffern raus und dann warten wir auf den Bus. Der ist aber noch nicht in Sicht. die Brücke,
die kann man auch zu Fuß überqueren stellen wir fest. Also beschießen wir das zu tun. Es
ist sehr windig auf der Brücke. Wir sind die einzigen mit Gepäck, die anderen haben nur
kleine Täschchen dabei. Über uns braut sich ein Gewitter zusammen. Plastiktüten fliegen
in der Luft. Der Gedanke daran, dass gleich die ersten Tropfen kommen könnten, ließ uns
trotz der Schwüle noch länger laufen. Rechts auf der Fahrbahn kommen uns hunderte von
Mopeds entgegen, knatternd und stinkend. Sie wollen nach Singapur. Von Singapur fahren
ständig Busse und andere Fahrzeuge an uns vorbei. Am Ufer liegt viel Müll. Der Wind wird
stärker, der Müll wird in die Luft gewirbelt eine gespenstische, unwirkliche Situation..
Schließlich kommen wir an die Passkontrollstelle auf der anderen Seite der Brücke. Aber:
Wir sind auf der falschen Straßenseite. Als wir die Straße überqueren, ernten wir viele
erstaunte Blicke. Es sind 7 Fahrstreifen. Nach den Passformalitäten in der
Abfertigungshalle müssen wir uns wieder einen Bus suchen. Draußen zeigt sich uns ein ganz
anderes Bild als in Singapur: Ein kranker Bettler sitzt hier neben dem anderen.
Es fängt an zu regnen. Der erste Bus, den wir anpeilen, fährt gerade ab. Schließlich
verfrachtet uns eine der Ordnungspersonen einfach in den nächsten Bus. Keine schlechte Idee
von ihm, da von hier fast alle Busse nur die eine Richtung in Richtung Busbahnhof haben.
Am Busbahnhof angekommen überfallen uns Taxifahrer, die uns ihre Dienste anbieten wollen.
Die meisten denken, dass wir nach Kuala Lumpur fahren wollen. Wir fühlen uns bedrängt und
wollen eigentlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfahren. Ein netter einheimischer
Reisender rät uns auch noch dringend zu einem Taxi, nachdem er mit einigen Busschaffnern
gesprochen hat. Wir bestehen aber darauf, mit dem Bus zum Hotel zu fahren. Nach einigem
hin-und her besteigen wir einen Bus und fahren fast die ganze Strecke noch mal zurück.
Allerdings geht es dann wieder vom Meer weg und wir schöpfen wieder Hoffnung. Als der
Busschaffner uns sagt, dass wir aussteigen müssen, sind wir vom Hotel genau so weit weg wie
vorher vom Busbahnhof ausgesehen.
Jetzt geht es mit den Koffern zu Fuß weiter. Die Bürgersteige enden vor jeder Hauseinfahrt
neu.
Koffer hoch, Koffer runter, so geht es immer weiter. Neben uns fließt das Abwasser. Wir
schaffen es irgendwann uns landen im Crowne Plaza, das neben einem großen Einkaufcenter
liegt.
In der Lobby ist ein riesiges Ornament aus buntem Reis gelegt zum Deepaoali, einem Fest, das
von den Hindus gefeiert wird. In dieser Zeit werden in den Häusern Öllampen angezündet um
den Sieg der Dunkelheit über das Licht zu feiern, der Fußboden wird mit buntem Reis oder
Mehl ausgelegt um den Triumph von Lord Krishna über die Kräfte des Bösen zu feiern.
In Malaysia gibt es viele Glaubensrichtungen: Hindus, Buddhisten, chinesische Religionen,
portugiesische Glaubensgruppen und Muslims. So gibt es auch viele Feiern der einzelnen
Gruppen, die für uns sehr friedlich nebeneinander leben.
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Hindu Tempel
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Tempel
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Wir checken ein. Mehrere sehr nette Damen bemühen sich um uns, wir verstehen sie allerdings
alle nicht so besonders gut. Wir bekommen einen Food-Voucher, da die eine Dame dabei von
breakfast spricht und sie unser englisch nicht versteht und wir nicht das ihrige, nehmen wir
an, dass es sich um ein Ersatzfrühstück handelt, sehr zu unserem Nachteil, wie wir später
feststellen.
Wir räumen unser Zimmer ein und genießen einen Tee, den wir mit dem Hotelwasserkocher
zubereiten ( Kaffeemaschine ist auch vorhanden). Die gesamte Einrichtung ist sehr
ansprechend und funktional. Ein Zwischenfall ereignet sich, bei dem wir noch einmal so
richtig wach werden.
Walter behauptet er hätte eine Echse mit einem Riesenschwanz gesehen. Schließlich entdeckt
er sie wieder: Klein und hell, fast weiß, sitzt sie unter den Gurten von Christians
Fototasche. Christian holt den Mülleimer, wir reißen die Tasche hoch, er stülpt den Eimer
über das Tier. Dann schiebt Christian vorsichtig einen Prospekt unter den Eimer und zieht
auf allen vieren das arme Tier zur Zimmertür und dann lassen wir es auf dem Hotelflur frei,
in der Hoffnung, dass die nächsten, die das Tier finden besser damit umgehen können.
Zunächst will es aber gar nicht wieder aus dem Mülleimer raus. Wir dichten unsere Tür
anschließend ab.
Anschließend stürzen wir uns in das nebenan gelegene Einkaufszettel. Ein buntes
Familiengewimmel empfängt uns,obwohl es schon spät ist. Die Väter kümmern sich sehr
patent um ihre Kinder. Wir können die verschiedenen Völkergruppen nicht einordnen, weder
visuell noch akustisch. Es ist jedenfalls ein Gesumm und Gebrumm wie im Bienenstock. Im
Untergeschoss befindet sich ein Foodcourt. Der Name ist amerikanisch, aber die Ausstattung
ist typisch malaysisch: Es wird frisch gebruzelt, gekocht, lautstark und emsig angeboten,
gegessen, geredet. Es gibt auch einen riesigen vegetarischen Stand. Das Prinzip an den
meisten Ständen ist: "Tu dir auf und ich sage dir, was es kostet. Hier braucht man keine
Waage, das Blick taxieren gelingt vollkommen. Christian ordert sich eine Pfanne "Früchte
des Meeres". Walter hat etwas undefinierbares Scharfes mit einem roh geschlagenen Ei
darin. Ich probiere Christians Nudelbeilage: Sie ist sehr lecker. Walters Reis ist sehr
scharf.
Nachdem wir uns eine Phonecard gekauft haben telefonieren wir mit Oma. Es dauert, ehe wir
das für die entsprechende Karte richtige Telefon gefunden haben. Vor uns in der Reihe
telefoniert eine junge Dame lang andauernd und äußerst lautstark 5 LMRG ab. Wir verstehen
immer nur "Henk tenk renk kank schunk tunk" und denken : Was das wohl heißen mag?
Bewundernswert finde ich wie viel sie sagen kann ohne einmal Luft zu holen. Erst ganz zum
Schluss schweigt sie und hört der Gegenseite zu.
Christian entdeckt einen Billigmarkt. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt in Sachen CDs
und Software. Ob da überall das drin ist, was drauf steht, frage ich mich.
Anzüge und Kleider kann man sich hier machen lassen. die Anprobe, bzw. das Abmessen findet
ziemlich öffentlich statt. Hier stört es keinen. Und laut ist es: Pop-Musik und
chinesische Musik bekämpfen sich förmlich, so scheint es. Mittendrin sind viele Kinder.
Die Putzfrauen sehen ziemlich abgearbeitet aus und stehen den immer wieder neu produzierten
Abfallmassen ziemlich stoisch gegenüber. Von gepflegter Sauberkeit, wie in Singapur zum
Beispiel, ist hier nicht viel zu sehen.
Optiker gilt es in diesen Märkten auch "immer" - wie wir später noch merken werden.
0berbekleidung, Spielzeug, Elektronik und natürlich ein Mac Donalds und KFC sind auch
sicheres Indiz dafür, dass hier ein riesiger Menschenumschlagplatz ist.
Walter und Christian betrachten im Hotel ihre Einkaufsbeute und gehen dann zu zweit noch
einmal los auf Beutegang. Späte Nachtruhe da wir nämlich auf Chrissis Vorschlag hin
Walters Geburtstag gleich feiern. Walter muss die Augenklappe aufsetzen, um die
Vorbereitungen nicht zu sehen. Wir legen ihm eine 60 aus Gummibären und Glückskäfern.
Dazu bekommt er rote Papierrosen dekoriert und ein rotes Teelicht,und natürlich darf die
mechanische Geburtstagskarte mit Musik nicht fehlen.
22.10.2000 morgens
Spätes Aufstehen. Zu spätes Frühstück – wir haben unsere Frühstückzeit um 10 Minuten
verpasst. Wir bekommen ein kleines Frühstück als Ersatz serviert. Und das an Walters
Geburtstag. Wie schrecklich für unseren lieben Walter! An der Rezeption gelingt es uns
nicht die rent a car agency zu erreichen.
Walter hat von der DER eine Geheimnummer erhalten, damit hat der Rezeptionist schließlich
Glück. Wir auch. Ein netter Taxifahrer erkundigt sich bei zwei Kollegen wo er genau hin
muss und dann geht es los In der Agende ist ein sehr netter junger Mann, der auch gleich
Walter zum Geburtstag gratuliert, nur unser bestelltes Auto ist nicht da. Stattdessen ein
klappriger Peugeot. Na gut.
Wir düsen los, natürlich erst einmal mit einer Ehrenschleife. Unterwegs sammeln wir
Eindrücke : Wir fahren vorbei an Palmen besäumten Straßen, kleine Häuser, manchmal gut
in Schuss manchmal weniger, Garküchen am Wegesrand, Obststände, kleine Restaurants, wo man
im Freien sitzen und essen kann. Das Moped ist das Fahrzeug der Wahl: Viele fahren ohne
Helm. Manchmal befinden sich ganze Familien auf einem Moped: Vater Mutter und zwei Kinder.
Keiner sieht missgelaunt aus.
Die Autos sind oft überladen wie die Mopeds. Mütter haben auf dem Beifahrersitz oft die
Kinder einfach auf dem Schoß. Von Anschnallen sieht man hier wenig. Wir genießen unsere
Klimaanlage. Die Straßenführung und Straßenbeschaffenheit ist manchmal etwas
abenteuerlich. Christian sieht am Wegesrand eine dicke fette Schlange.
Übrigens gibt es für die Malaysische Schrift zwei verschiedene Schriftzeichen: Einmal die
arabischen Schriftzeichen und auch die chinesischen Schriftzeichen. In den Hotels sind
jeweils beide zu sehen und natürlich englisch.
Einige Wörter und Ausdrücke versuchen wir zu lernen: Selamat pag – Guten Morgen, tengah
hari – good afternoon, petang – good evening tinggal goodbye, detang – welcmome.
Hotel Classic Muar
22.10. bis 23.10.2000
Nächste Station ist Muar : Moscheen, Tempel, Gotteshäuser liegen am Wegesrand Das
Zeichen für das rote Kreuz ist hier ein Halbmond. An den Straßen sieht man immer wieder
große Ölpalmenplantagen. Einige Plantagen können auch besichtigt werden und man zeigt den
Besuchern dort alles, vom Setzen der Bäume über die Ernte bis hin zur ersten
Vorverarbeitung der Früchte.
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In Muar angekommen fahren wir ein paar mal durch den Kreisverkehr und suchen ein Hotel
Das Classic scheint das einzige zu sein, was für uns in Frage kommt. Wir bekommen eine
Familiensuite, die aus zwei Zimmern besteht.
Walter will uns zum Essen einladen, es ist ja sein Geburtstag. An der Rezeption wird uns
ein Weg beschrieben, den Walter aber offensichtlich nicht gehen will. "Sollen wir
wirklich? Ist das für dich nicht zu anstrengend zu fahren?" Christian und ich wir
wollen auch nicht so unbedingt. Also geht es wieder zu McDonalds. Im Supermarkt kaufen wir
noch ein, denn diesmal ist bei der Übernachtung das Frühstück nicht mit inbegriffen.
Ja, als wir dann zurück kommen, ist in unserem Schlafzimmer immer Musik
eingeschaltet, die aus dem Deckenlautsprecher kommt. Sie ist nicht abzustellen. Chrissi
informiert die Reception, die schickt einen Techniker. Der "Schaden" wird behoben.
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23.10.2000
Am nächsten Morgen ist die Musik wieder da. Christian bekommt einen Wutanfall. Er und
Walter haben nicht gut geschlafen. Nach etwas Tee mit Keksen geht es wieder auf die Piste.
Malakka:
Malakka liegt an der Südwestküste der Halbinsel und gab der berühmten Seestraße ihren
Namen. Sie verbindet das Südchinesische Meer und den Indischen Ozean. Es ist ein kleines
Bundesland, das reich an Geschichte ist durch seine strategisch günstige Lage. Gegründet
wurde es im 14. Jahrhundert von einem geflohenen Hinduprinzen, der es zu einem wichtigen und
blühenden Handelshafen machte. Im 16.Jahrhundert besetzten die Portugiesen die Stadt.1641
"übernahmen" die Holländer Malakka. Die wiederum verloren es endgültig an die
Briten, die es von 1824 bis 1957 behielten. Erst die Unabhängigkeit vertrieb sie dann.
Malakka erfuhr die japanische Okkupation in den Jahren 1942 bis 1945. Das erwachende
Nationalbewusstsein zwang die Briten dann zum Abzug. Die Proklamation der Unabhängigkeit
fand hier am 20. Februar 1956 durch Abdul Rahman statt, der dann auch der erste
Premierminister wurde.
In Malakka finden viele verschiedene ethnische Gruppen ihr Zuhause: Malayen, Chinesen,
Inder, die so genannten Straits-born Chinesen, die kein Chinesisch mehr sprechen. Die
Nachkommen von Portugiesen, die eine besondere Art von portugiesisch sprechen, Eurasier,
Araber und Europäer leben hier friedlich zusammen. Es herrscht Religionsfreiheit in
Malaysia. Die islamische Religion ist die Hauptreligion, daneben gilt es das Christentum,
den Hinduismus, den Buddhismus, den Sikhismus, den Taoismus: Alle Weltreligionen sind hier
vertreten und daraus folgend sieht man Moscheen, Tempel und andere Gotteshäuser.
Malakka besticht durch eine Mischung vieler Baustile, basierend auf dem, was alle ihre
früheren Beherrscher hinterlassen haben. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt liegen so, dass
sie alle bequem zu Fuß erreicht werden können. Der Cheng Hoon Teng Tempel gehört zu den
ältesten chinesischen Tempeln in Malaysia. Das Stadthujs wurde 1650 in holländischem Stil
erbaut, ebenso die Christ Church 1753), die durch die rote Farbe ins Auge sticht.
Man kann sich eine Trishaw für etwa RM 25,-- den knappen halben Tag mieten und sich bequem
fahren lassen. Den Preis sollte man unbedingt vor der Abfahrt ausmachen, so lesen wir im
Reiseführer.
Als wir dort sind, lässt sich gerade ein junges Brautpaar vor dem Stadthujs von allen
Seiten fotografieren. Der historische Stadtkern ist renoviert und informiert den Besucher
mit zahlreichen Hinweistafeln. Es sieht hier wie an den meisten historischen Stätten sehr
gepflegt aus, sehr touristisch. Man hat nicht das Gefühl, dass hier das wahre Leben der
Stadt stattfindet.
Wir erforschen die Gegend zu Fuß und haben ganz in der Nähe viel zu sehen und zu
fotografieren. Viele kleine Handwerker und viele kleine Läden liegen an einem übel
riechenden, nicht gepflegt aussehendem Flüsschen. Hier pulsiert das Leben. Die Garküchen
faszinieren uns. Der Eifer mit dem hier unter einfachsten Umständen etwas gekocht wird, wie
alles sofort wieder abgewaschen wird...
Es ist heiß. Christian kauft an einem Obststand eine Durian. An einer ruhigen Seitenstraße
probieren wir die berühmte Frucht, über die es so viele geteilte Meinungen gibt, aus. Es
ist eine melonengroße Frucht, deren äußere Schale genoppt ist. Unser Geschmack ist es
nicht. Wir wissen nicht genau, ob sie vielleicht noch gar nicht richtig reif ist. Jedenfalls
stinkt sie ganz mörderisch und es wird uns jetzt klar, weshalb in der Fahrstühlen überall
das Verbotszeichen mit der Durian hängt.
Die Malaysische Schrift benutzt arabische Schriftzeichen. An den meisten Stellen finden wir
die Hinweistafeln zusätzlich in englischer und chinesischer Sprache.
Einige Wörter und Ausdrücke versuchen wir zu lernen:
Selamat pag – Guten Morgen,
tengah hari – good afternoon,
petang – good evening,
tinggal goodbye,
detang – welcome.
Weiter führt unser Weg in Richtung Port Dickens. Unterwegs treffen wir Affen in Scharen,
die blitzschnell von der Straße auf die Stromleitungen klettern, Hühner und Hähne, die
hier viel feingliedriger sind als bei uns, Wasserbüffel, Schafe, Ziegen, Rinder alles
direkt an der Straße.
Walter und Chrissi probieren getrockneten Fisch – beide meinen er schmeckt wie Hundefutter
( woher sie wohl wissen wie das schmeckt) und stinkt bestialisch.
23.10. bis 24.10.2000
Port Dickson, Hotel Costa Rica
Costa Rica heißt das Hotel, das wir in Port Dickens ansteuern.
Wir checken ein und verstehen das englisch der beiden Damen wieder sehr schlecht. Die eine
ist verbindlich nett, die andere weiß gepudert und sehr unnahbar. Sie verlangen ein
deposit. Das Zimmer ist sehr schön, mit Meeresblick, die Klimaanlage ist mäßig. Sie ist
nur zu bedienen, wenn man die Zimmerkarte einsteckt. Als wir noch einmal nach draußen
gehen, hat Christian die Idee unsere FD - Vielfliegerkarte einzustecken, da wir nur eine
Zimmerkarte haben. Das war eine gute Idee, denn nun konnte das Zimmer gut kühl werden
während unserer Abwesenheit.
Hier sprechen viele Einwohner kein englisch und sind offensichtlich auch nicht besonders an
ausländische Touristen gewöhnt, ist unser Eindruck. Wir kommen ans Wasser und sehen ein
Schild auf dem unter der malaysischen Schriftsprache in englisch steht: Food Corner.
Das junge Mädchen, das zu uns kommt, ist erst mal total irritiert als wir nur englisch
sprechen und läuft schreiend weg. Wir warten erst mal ab. Sie kommt dann mit einem "Dolmetscher"
wieder.
Wir wollen gern Fisch essen, weil wir denken, dass der hier am Wasser sicherlich besonders
frisch ist. Zunächst werden wir in die Küche zum Eisschrank gebracht. Dort suchen wir uns
ein Prachtexemplar aus. Dann zaubert der Koch. Auf einer beheizten Platte wird der sehr
lecker aussehende Fisch serviert. Reis und Nudeln sind für unsere Verhältnisse sehr
scharf. aber zu dem Fisch sehr lecker. Eine Katze setzt sich zu uns. Sie wartet wohl auf die
Abfälle. Von anderen Gästen werden wir wohlwollend betrachtet.
Anschließend gehen wir noch in zwei Supermärkte und decken uns mit Wasser und Früchten (
(Ananas, Guave - ähnlich wie Birne -, Starfruit, Melone) ein.
Zurück im Hotel beginnt der gemütliche Teil: Duschen, Harry Potter, Reisetasche umpacken,
für den Führerschein lernen.
Wir gehen früh schlafen. In der Nacht donnert und blitzt es.
24.10. 2000 morgens
Morgens ist Ebbe. Wir haben alle drei nicht so gut geschlafen, sind aber nach anfänglichen
Morgenmucken doch ganz munter. Zum Frühstück gibt es Nudeln mit allem drum und dran –
mit Spiegelei, Würstchen gibt es auch, die wollen wir aber nicht. Der Toaster ist
beeindruckend. Er arbeitet nach dem Prinzip eines Fließbandes und wirft die fertig
getoasteten Scheiben einfach vorn raus. Nicht schlecht. Eine junge Dame vom Nebentisch
erzählt, dass sie zunächst in der DDR gearbeitet hat, dann 89 in der DDR ihr Abitur
gemacht hat. Sie will jetzt weiter nach Australien. Nach 15 Jahren Arbeit hat sie sich ein
"Aus" verdient, sagt sie. Man würde im Leben sowieso noch genug arbeiten. Irgendwie
hat sie recht. Ihre Möbel hat sie bei Freunden untergestellt. Nach 6 Monaten Australien
will sie noch irgendwo anders hin. Hier von Port Dickens wo sie eine kurze
Erholungszwischenstation gemacht hat, ist sie enttäuscht, weil man hier nicht am Strand
liegen und baden kann. Im Reiseführer hatten wir gelesen, dass hier ein langer Strand sein
soll, aber rund um das Hotel sehen wir davon nichts einladendes.
Wir checken aus. Alles ist total korrekt. In der Stadt gehen wir noch "Ohne Schuhe"
in einen der wunderschönen bunten Hindutempel. Die gesamte Tempelanlage ist sehr
großzügig angelegt. Man hat bei allen Tempelbesuchern das Gefühl, das man erwünscht ist.
Das farbenfrohe Schauspiel müssen wir natürlich ausgiebig fotografieren und filmen.
Wir fahren weiter über die (teure) Autobahn durch Kuala Lumpur ( aus Versehen), dann
weiter in Richtung Ipoh, dann in Richtung Tanah Rata und dann in die Cameron Highlands. Auf der Fahrt
stellen wir fest, dass der internationale Flughafen (KLIA) sehr weit von Kuala Lumpur
entfernt ist. Das müssen wir beim Rückflug beachten.
Die Straße, die zu den Cameron Highlands führt ist streckenweise abenteuerlich. Eine Kurve
nach der anderen. Hatten wir auf der Autobahn rechts und links entweder Palmenplantagen oder
Dschungelgebiete, so haben wir hier üppigen Urwald mit Baumfarnen, deren Kronen
aufgespannten filigran gearbeiteten Regenschirmen gleichen. Wir kommen an Siedlungen der
Ureinwohner vorbei, die ihre Langhaushäuser aus Bambusstäben geschickt errichtet haen. Die
Dachziegel werden durch getrocknete Palmenblätter ersetzt. Die Häuser sind auf Stelzen
gebaut, ebenso die Liegen. Ist das Schutz vor Tieren oder Schutz vor Wasser? Solche Häuser
sind nicht für einzelne Familien gebaut sondern für ganze Stämme. An der Straße sind
immer wieder kleine Verkaufsstände. Besonders angeboten wird Obst.
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Walter Jansen
Walter Jansen befindet sich im Ruhestand und hat nun endlich die Zeit gefunden seinem grossen Hobby dem "Reisen" nachzugehen. Neben seiner Frau und seinen Kindern sind Filmkamera und Fotoapparat dabei seine treuesten Reisebegleiter. Aber auch seine Gitarre darf nicht fehlen. Mit ihr bringt Walter Jansen vielen Menschen Unterhaltung und Freude. Besonders unterwegs bringt das Gitarrenspiel Menschen zusammen und Freundschaften werden durch die Musik leicht angebahnt.
Sein meist besuchtes Land ist Nord Amerika. Aber auch Malaysia, Australien, Neuseeland und einige Laender Afrikas faszinierten und inspirierten Walter Jansen zu weiteren Reiseabenteuern. Die naechste groessere Reise ist bereits in der Planung. Eine Reihe asiatischer Laender wird dieses mal das Ziel sein. Ganz neue Eindruecke und Abenteuer werden Gelegenheit zu weiteren Berichten geben.
www.reisekladde.de/
Kontakt via: kontakt@reisekladde.de
© Copyright für Artikel und Bilder liegen beim Autor
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Wir passieren mehrere Wasserfälle. An einigen waschen sich sehr intensiv einige
Familien, ohne sich dabei aber vollständig auszuziehen.
Schließlich erreichen wir eine Teeplantage von der man einen wunderschönen Ausblick hat.
Die Engländer haben diese Gegend als Erholungsgebiet und als Teeanbaugebiet entdeckt. Die
Architektur vieler Häuser zeigt den "black and white style" der Engländer.
Besonders reizvoll wirken die im Dunst liegenden Bergkletten zu den kontrastierenden
hellgrüner Teepflanzen. Ziegen und Hühner sehen wir vor fast jedem Haus.
Nächste Etappe: Tana Rata - Ipoh - Penang - Kuala Lumpur
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