 |
 |
|
Sie befinden sich hier:
> World Travel Reports
> Reiseberichte Asien
> Indonesien
> Kalimantan, Cempaka
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Reisebericht Kalimantan |
Cempaka |
|
Süd - Kalimantan - Cempaka
30.12.2009
Süd Kalimantan
Cempaka - Diamantenfelder
|
|
Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 2008-2009
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
|
|
Yuni freute sich schon lange auf die Fahrt zu den Diamantenfelder in Cempaka.
Sie wollte endlich mit eigenen
Augen sehen und erleben wo und wie dieses wertvollste Mineral und härteste Material
der Erde gefunden und aus
dem Erdboden herausgebuddelt wird. Ob und inwieweit hier Hintergedanken mitspielten,
einen Diamanten zu
finden oder wenigstens einen kleinen Mini - Karater zu erstehen, wusste ich damals
noch nicht genau. Erst viel
später im Showroom einer Diamantenschleiferei, als ihre Augen den gleichen Glanz auszustrahlen
schienen wie die
vorgeführten Schmuckstücke, fielen sofort alle Zweifel von mir.
Wir engagierten wieder unseren bewährten Guide Pak Yuliansyah, der uns mit seinem PKW zum
Grabungsgebiet schaukelte. Nach einer guten Stunde auf der Banjarmasin - Martapura Route
wurde Banjarbaru erreicht und wir bogen am nicht zu übersehenden Kreisverkehr in eine
kleinere Strasse Richtung Cempaka ein.Die ersten Hütten und kleinere Läden die Schaufeln,
Hacken und Zubehör anboten tauchten rechts und links des holprigen mit Pfützen übersätem
Weges auf. Diese Geschäfte machten dabei nicht den Eindruck, als dass hier die großen
Gewinner und Profiteure des Diamantengeschäfts hervorgehen würden. Oft,
so sagt man, sind es ja meist
nur die Zulieferer, Geschäfte, Kneipen und die Landbesitzer die wirklich an diesem Rausch
nach Glück und Reichtum verdienen. Sollte dieser Run auf die edlen Mineralien hier in
Cempaka bereits dem Ende zugehen ?
|
|
AUF INS PARADIES

Ausspannen in Bali
umgeben von Orchideen und Reisterrassen
villa-orchid-bali .de
|
|
|

Gestein und Schlamm werden abgepumpt
|
|
Nur langsam kamen wir auf einer schmierig rutschigen Schlaglochpiste voran, die uns
zu unserem angesteuerten Diamantenfeld führen sollte. Wir näherten uns dieser flachen
Gras- und Buschlandschaft, aus der braune Wasserlöcher wie übernächtigte, müde Augen
aus dem Boden herausschauten. Pumpen spritzten mit einem Höllenlärm Wasser und Schlamm aus
den Löchern über eine Art Holzrutsche, um so das Gestein nach Größe zu trennen und
auszusortieren. Sehnige, robuste junge Männer saßen mit ihren trichterförmigen Schüsseln (pendulangan)
in der Schlammbrühe um mit rotierenden Bewegungen das Sandgestein auszuwaschen.
Die Augen immer suchend auf unscheinbar aussehende, imaginäre wachsgelbe Steinchen gerichtet,
in Erwartung auch solche zu entdecken.
Drahtige aber abgeschafft aussehende Kumpels, auf einer Holzstellage oder Rutsche balancierend,
reichten mit Gestein gefüllte Körbe, von Mann zu Mann nach unten weiter, um es zur weiteren
Verwendung separiert aufzuschütten.Alle diese Diamantensucher hatten beim Eifer ihrer Tätigkeit
sicher einen riesigen Fund vor ihren geistigen Augen, den man im August des Jahres 1965 hier machte. Einen Monster
Fund von 165,5 Karat der die Arbeiten in Cempaka daher noch bis
heute am Leben erhält und weitere Hoffnung
und Zuversicht ausstrahlt. Die Steinchen die man uns zeigte waren kleineren Kalibers und auf der schwieligen
Handfläche von Pak Anto, einer der Schuerfer, kaum zu erkennen.
Sie waren eher als winzige, glitzernde Salzkörnchen auszumachen. Man
hatte den Eindruck, dass viele Arbeiter diese Felder bereits verlassen hatten und ihr Glück
wo anders herausfordern wollen. Wie wir erfuhren, sind viele bereits nach Sulawesi aufgebrochen,
um in der Gegend um Pare-Pare nach Gold zu schürfen. Die Funde sollen dort wesentlich rentabler
sein und dies nicht nur wegen des steigenden Goldpreises auf Grund des Weltfinanz - Crashs.
Das Wort Diamant, so wurden wir aufgeklärt - heißt in der Indonesischen Sprache
intan
- und
das Wort intan sollte auf den Feldern nicht in den Mund genommen werden. Es würde nicht nur
dem Schürfer und der gesamten Mannschaft Unglück bringen sondern auch die Ausbeute negativ
beeinflussen. Man verwendet daher nur das Wort - galuh -, dessen Sinn und Bedeutung man mit
- meine Lieblingstochter - übersetzen könnte.
|
|

Yuni und Gerhard noch ohne Fund
|
|
Der Diamant ist sicher das härteste Material das unter hohem Druck und Hitze irgendwann im
Erdmantel in 150 Meter Tiefe entstanden ist und später durch Eruption an die Erdoberfläche
geschleudert wurde. Das Wort selbst stammt vom griechischen adamas ab und bedeutet -
unbezwingbar- , und der Diamant ist daher ein Zeichen für Unvergänglichkeit, ein Symbol
für Schönheit, Reichtum und Macht. Dieses Mineral besitzt die härteste Kristallstruktur, daher
nutzt die Industrie diese einmalige Eigenschaft und setzt sie in den verschiedensten
Arbeitsbereichen ein. Seit einigen Jahrzehnten ist man auch in der Lage Diamanten synthetisch
herzustellen.
Die meisten der wertvollen Steine finden heute ihre Verwendung in der Industrie als
Schneidstoffe von Bohr-, Schneid- und Schleif- Werkzeugen. Nur die besten und reinsten Steine
gehen in die Schmuckindustrie. Seit man neue Schleif-techniken kennt, schleift man den
Diamant zu einem Edelstein mit besonders hoher Lichtbrechung und besonderem Glanz. Als
Brillant benötigt der Stein einen ganz speziellen Schliff - einen Brillantschliff - mit mindestens 32
Facetten im oberen Bereich und mindestens 24 Facetten im Unterteil.
Vielleicht muss erst wieder einer dieser Monstersteine in Cempaka ans Tageslicht gebracht
werden um das Grabungsgebiet wieder zur neuen Blüte zu bringen. Sicher stellen die Grabungen
für den Boss, der normalerweise eine Gruppe von 10 bis 15 Männer anführt, ein nicht
abzuschätzendes Risiko dar.
|
|
AUF INS PARADIES

Ausspannen in Bali
umgeben von Orchideen und Reisterrassen
villa-orchid-bali .de
|
|
|

Gestein wird aussortiert
|
Er hat die finanziellen Mittel bereitzustellen um den ungewissen Ausgang der Arbeiten
vorzufinanzieren. In der Regel wird abwechselnd ein Tag gegraben, um am nächsten Tag
das Gestein zu waschen und auf einen Fund zu hoffen. Mindestens ein Essen pro Tag für
die Schürfer und Buddler muss der Teamleiter bereitstellen um diese Männer bei Laune zu halten.
Nicht jeder Tag ist von Erfolg gekrönt. Ist man aber endlich einmal fündig geworden, koennen die
Arbeiter mit der Hälfte der Ausbeute rechnen. Der Rest wird nach einem festgelegten Schlüssel
weiter aufgeteilt. Der Landbesitzer, der Mechaniker für die Pumpe und andere erhalten danach
ihren Anteil.
Erst später beim Besuch einer Edelsteinschleiferei in Martapura konnten wir erstaunt feststellen,
welchen Glanz und welche Brillanz, durch einen kunstvollen Schliff in diese Steine hineingezaubert
werden kann. Diese Betriebsstätte hatte sicher schon bessere und geschäftigere Zeiten erlebt.
Nur noch drei Schleifer konnten wir bei ihrer Arbeit bewundern und uns die Technik erklären lassen.
|
|

Suchender Blick in den Pendulangan
|
|

Hoffen auf den grossen Diamant
|
|
Martapura hat einen farbenprächtigen Markt, voll mit lokalen Köstlichkeiten die man unbedingt
probieren sollte. In unmittelbarer Nähe befinden sich die vielen Schmuck- und Edelsteingeschäfte.
Hartes, ausdauerndes und geschicktes Verhandeln ist die Voraussetzung für einen günstigen Kauf.
Fachkenntnisse sollte man schon mitbringen, um auch später zu hause noch Freude am Erworbenen
zu empfinden. Für die Rückfahrt zu unserem Hotel hatten wir uns mit einigen dieser lokalen
Spezialitäten (Dodol, khas asli) eingedeckt. Die beliebten
Kelepons (Lelepons) durften dabei
nicht fehlen, süße giftgrüne Bällchen aus Reisteig mit Kokosraspeln besprengelt, die beim Zubeißen
einen spritzig-süßen Schuss Sirup aus Palmzucker entladen.
|
|
AUF INS PARADIES

Ausspannen in Bali
umgeben von Orchideen und Reisterrassen
villa-orchid-bali .de
|
|
|

Diamanten Schleiferei in Martapura
|
|
|
|

Gerhard Waldner
Geboren in Ludwigshafen am Rhein, war Gerhard schon seit frühester Jugend an vom Reisefieber gepackt.
Meistens mit Fahrrad und Motorrad bereiste er über 60 Länder. Auch
während seiner beruflichen Tätigkeit nahm er sich immer wieder genügend Zeit,
ferne interessante Gebiete zu bereisen und zu entdecken.
Seit dem Jahre 2006 lebt er mit seiner
Balinesischen Frau Yuni grösstenteils
in seinem Haus in Bali, auf der Insel zu der er sich immer wieder hingezogen fühlte. Die mehr als 17.500
Inseln des Indonesichen Archipels liegen nun vor seiner Haustür zur Erkundung bereit.
Ferien-Bungalows in Bali, Indonesien:
http:/www.villa-orchid-bali.de/
Kontakt via: mail@WorldTravelReports.com
© Copyright für Artikel und Bilder liegen beim Autor
|
|
|

Brillant - Schliff
|
|
|
|
Reiseberichte aus Indonesien:
Bali, Nusa Lembongan
Bali, Ubud
Bali, Ubud-Abangan
Bali, Ubud-Bedulu
Bali, Ubud-Pejeng
Bali, Ubud-Keliki
Flores, Kelimutu
Flores, Larantuka
Kalimantan, Banjarmasin
Kalimantan, Cempaka
Kalimantan, Loksado
Sulawesi, Palu
Sumba, Pasola-Fest
Sumatra, Bukit Lawang
|
|
|
|