Reisebericht Bali | Ubud - Abangan

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Reisebericht Bali | Ubud - Abangan

Tod unseres Balinesischen Kampfhahns

3 Tage Hahnenkampf in Abangan / Ubud / Bali
vom 28.-30. Mai 2009

 


 

 

 
Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 2009
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
 

Urplötzlich dringen Gerüchte an unser Ohr, dass unser lieb gewonnenes Tier erst morgen sein Debut geben sollte, da morgen erst die größeren Kaliber zum Start vorgesehen wären. Das waren insbesonders die riesigen Philippinos und Kreuzungen mit diesen gewaltigen Hähnen die kaum Platz in Ihren Körben fanden, an diesen zerrten und zogen und sie zu sprengen schienen. Das sollten beunruhigende und gefahrvolle Aussichten für unseren prächtig geschweiften, stolzen Hahn sein, der sich zwischenzeitlich bei der Kennerschaft in dieser fachkundigen Runde den Namen "Herkules" erworben hatte. Zu Recht oder Unrecht soll heute dahingestellt sein und noch unbeantwortet bleiben.
 

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Das Kampfgerichtüberwacht und notiert


Kleinere Hähne, so lernte ich, sind bessere Springer, die in der Lage sind beweglich, schnell und hoch über den Gegner hinweg zu springen um dann mit einer schnellen Drehung von hinten überraschend attackieren zu koennen. Auch die Auswahl der Messer ist eine Wissenschaft für sich und wird auch nicht vom Halter selbst beurteilt und befestigt, sondern von Experten getätigt, die mit dem Team im Innenbereich die Kämpfe leiten.
Am nächsten Morgen gegen 11.00 Uhr starteten die Schwergewichtler und wir saßen wieder auf schwankenden Planken zwischen aufgeregten, mit Geld- scheinen flatternden Bauern, die Wettgegner für Ihren eigenen kleinen Gewinn suchten. Jetzt startet Herkules als erster. Das Team unten auf dem Platz weiß, das ist jetzt der Kampfahn des "Tamu" (Gast) des "Orang asing" (Fremder) vom Ort Abangan und man zeigt mir und Yuni mit weit hochgestrecktem Arm das schwere , kampfbereite Tier. Wir grüßen zurück und Yuni wird bleich und bekommt Magenschmerzen, das kommende Blut vorausahnend oder schon voraussehend. Der ohrenbetäubende Klang des Metallgongs, mit schwerem Holz geschlagen, schwingt noch lange in unseren taub gewordenen Ohren nach. Der Kampf beginnt.  
 

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Die tödliche Waffe kann den Kampf schnell beenden

 
Alles steht auf ! Die beiden Gegner drängen in eine Ecke des Karrees, ich sehe nicht mehr viel vom Kampf, viele Balinesische Köpfe mit ihren Udengs (Balinesische Kopfbedeckung) schieben sich vor mein Gesicht, Schreie und Rufe durchdringen das Kampfgetümmel. Es riecht nach Blut und Tierkadaver. Jetzt am zweiten Kampftag sind schon unzählige Blutopfer gebracht worden. Rot vom Blut gefärbt ist bereits der erdige Boden des Platzes, Federn vermischen sich mit Blut, Dreck, Kippen und Kot, und das alles fällt mir jetzt plötzlich in diesem entscheidenden Moment des Kampfes auf. Dann höre ich noch einige lang gezogene oooh, oooh und aaah ahhh .... !! Nochmals ertönt dieser schallend dröhnende Klang des Gongs, der noch viel später, wir waren bereits lange wieder zu hause angekommen, noch vibrierend an mein Ohr dringt.
Der Hahn ist tot ! Welcher ist es ? Unser prächtiger, eindrucksvoller Herkules vielleicht ? Oh Gott, .... jetzt fällt auch der zweite Kampfhahn und röchelt sein Leben aus, er ist tot. Seine Seite ist aufgeschlitzt, viel Blut ist zu sehen. Aber Herkules verliert. Er hat als erster sein Blut den Göttern geopfert und damit auch mitgeholfen den Tempel in Abangan fertig zustellen.
 


Die Kontrahenten werden gegenübergestellt
 

 


Ein letztes Aufheizen der Kampfbereitschaf
 

Noch ein dritter Kampftag folgte, mit den blutigen Kämpfen der Hähne, mit Spielen und Wetten, mit Essen und Trinken, Erzählungen und Fachsimpeleien, vor allem natürlich über die geliebten Hähne. Abwechslungsreiche und traditionsreiche drei Tage im arbeitsreichen, einfachen Leben der Balinesischen Bauern gehen zu Ende.  Zurück
 

 


Das traurige Ende stolzer Hähne

Gerhard Waldner
Gerhard Waldner

Geboren in Ludwigshafen am Rhein, war Gerhard schon seit frühester Jugend an vom Reisefieber gepackt. Meistens mit Fahrrad und Motorrad bereiste er über 60 Länder. Auch während seiner beruflichen Tätigkeit nahm er sich immer wieder genügend Zeit, ferne interessante Gebiete zu bereisen und zu entdecken.

Seit dem Jahre 2006 lebt er mit seiner Balinesischen Frau Yuni grösstenteils in seinem Haus in Bali, auf der Insel zu der er sich immer wieder hingezogen fühlte. Die mehr als 17.500 Inseln des Indonesichen Archipels liegen nun vor seiner Haustür zur Erkundung bereit.

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