 |
 |
|
Sie befinden sich hier:
> World Travel Reports
> Reiseberichte Amerika
> USA
> New York
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Reisebericht: New York
|
|
Reisebericht: Die Wiege Amerikas
New York
|
|
Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 1997
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
|
|
Mit AMTRAK nach New York
27. Oktober 1997
Nach dem Packen - unsere Einkäufe wiegen schwer - suchen wir nach einem
Frühstückslokal. Christian und ich werden fündig. So marschieren wir Drei über einen
großen Platz an einer riesigen Versammlungshalle der CHURCH OF THE GREAT COMMISSION vorbei
- eine uns unbekannte Kirche - zu ROY ROGERS. Man ißt FAst FOOD. Fast bedeutet schnell und
so sind wir auch schnell fertig. Am Eingang eine Plakat: No shirt, no shoes, no service.
Checkout im Motel und ab geht es über die Independence Avenue und Pennsylvannia Avenue am
Capitol vorbei zur New York Avenue und da zu HERTZ, wo wir unser liebgewonnenes Auto
zurückgeben. Das geht auch schnell. Man fährt uns sogar netterweise und kostenlos zur
Union Station, wo wir unser Gepäck erst einmal deponieren. Von dort bummeln wir noch ins
National Postal Museum. Es ist im amerikanischen Stil alles dargestellt. Von der
Postzustellung des Wilden Westens bis zur Moderne: Postkutsche, Flieger, alles in
Originalgröße! Von hier aus gehen in die imposante Halle des Bahnhofs zurück. Schuhputzer
machen gute Geschäfte.- Welche Menschen lassen sich hier die Schuhe putzen???
Roy Rogers: No shirt - No shoes - No Service
Es wird unter uns noch lange diskutiert über: die sozialen Aspekte des "Schuhe - putzen -
lassens". Wir nehmen auf Sesseln Platz: Der Warteraum sieht aus wie ein
Aufenthaltsbereich vor einem Abflug. Über einer Tür steht Gate F 18. Vor der Tür eine
roter Teppich. Die geheimnisvolle Tür ist abgesperrt durch ein rotes Seil mit Quasten das
über zwei Messingständer hängt. Wir vermuten, daß der Zug gleich dahinter steht und wir
gleich einsteigen können in den Metroliner. Als die Tür geöffnet wird, ist der Glanz und
ist die Hoffnung schnell entschwunden, denn wir müssen nachdem wir durch die bewusste Tür
geschritten sind unser Gepäck noch 50 -80 Meter schleppen. Wir sind auf einem stinknormalen
Bahnsteig. Wir besteigen auch einen ganz normalen Zug, kein ICE wie bei uns. Wir nehmen
Platz. Der Innenraum des Zuges wirkt wie ein Flugzeuginnenraum. Um 2 Uhr pm Abfahrt nach New
York. Wir denken noch einmal zurück an Washington und sind uns sicher: hier wollen noch
einmal hin. Die Sonne scheint und färbt das Laub der Bäume: Indian Summer! Herrliche
Laubwälder, Seen und Buchten ziehen an uns vorbei. Wir passieren Baltimore, Wilmington und
Philadelphia und gelangen bei beginnender Dämmerung nach New York. Am Himmel um uns herum
schwirren die landenden Flugzeuge wie Glühwürmchen.
Endlich sind wir im Pennsylvannia Station im Stadtteil Mahnhattan, in BIG APPLE, wie New
York auch genannt wird. Der Bahnhof sieht aus wie eine deutscher Großstadtbahnhof. Wir
gehen zur Information und erhalten von einem deutsch sprechenden jungen Mann genügend Info
- Material. Von hier aus geht es zum Taxistand der Yellow Cabs. Wir reihen uns brav in die
Schlange der Wartenden. Die Taxis werden zugewiesen. Taxifahren ist in dieser Stadt relativ
preiswert. Die Grundgebühr liegt bei 1.50$ und etwa alle 3 Blocks kommen 30 Cent hinzu. Das
erste Taxi für uns können wir nicht nehmen. Es ist ein mit Autogas betriebenes Fahrzeug
und der „Kofferraum" ist daher zu klein für unser stets wachsendes Gepäck. Das
nächste fährt uns dann für knapp 10,00 $ durch ein Verkehrsgewühl wie es für uns
ungewohnt sicher zum Hotel. Es ist das Swissotel New York, The Drake, 440 Park Avenue at
56th Street, ein ***** Sterne Hotel. Wir checken ein und uns wird Zimmer 1928 zugewiesen.
Doch da steht nur 1 Ehebett. Das wäre etwas zu klein für uns Drei. Ria besorgt Zimmer 1208
ein Twinset. Unser Gepäckträger mu0te umdirigiert werden. Das Zimmer ist sehr schön. Es
ist alles vorhanden: von der Kaffeemaschine über Bügelbrett, Safe, Kühlschrank und
Faxgerät usw. und ein sehr schönes Bad. Man spart durch die Buchung aus Deutschland 20%
Steuern plus 2$ pro Nacht.
Wir duschen zuerst einmal und dann gehen wir hinaus auf die Park-Avenue. Der vile Verkehr
und der Lärm ist unglaublich. Im Umkreis finden wir den Trump Tower, das Kaufhaus
Takashisma, Tiffany usw.. Gegenüber unserem Hotel ist BORDERS Books - Music - Cafe, 461
Park Avenue. Tausende Bücher, CDs, Videos und ein Cafe mitten drin. Man kann sich Lektüre
mit an den Tisch nehmen. Bei soviel geistiger Nahrung bekommen wir ganz normale
Hungergefühle und essen dort gleich zu Abend. Mit Lektüre und einer Flasche Wein geht es
zurück in unser nobles Hotel. Die Preise im Hotel sind einfach zu astronomisch. Ein Glas
Orangensaft 18,00 DM! Die Parkgebühr pro Tag 35$! Na denn: Gute Nacht!
Philadelphia
Mit 1 600 000 Einwohnern ist „Philly" die viertgrößte Metropole der USA. Diese Stadt
war die erste Hauptstadt AMerikas. Hier wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung
zu Papier gebracht und verkündet. Im heutigen „Liberty Bell Pavillon" ist die
Freiheitsglocke, das wohl bedeutendste Symbol der amerikanischen Unabhängigkeit,
untergebracht. Sie kündigte den Bewohnern der Stadt am 4. Juli 1776 eine neue Ära an: die
amerikanische Unabhängigkeit.In langen Reihen warten die geschichtsbewußten Amerikaner
darauf die „Liberty Bell" berühren zu können.
|
|

New York City
|
|

New York City
|
|
New York
1624 Niederländische AUswanderer kommen nach Manhattan. Die Siedlung erhält den
Namen Nieuw Amsterdam, Peter Minnuit wird ihr erster Gouverneur.
1653 Gouverneur Peter Stuyvesant läßt im Norden der Siedlung einen hölzernen Wall
errichten - heute verläuft hier die Wall-Street.
1664 Im englisch - holländischen Krieg ergibt sich NEW Amsterdam den Briten, die es
zu Ehren des Herzogs von York in NEW YORK umbenennen.
1700 New York hat 5000 Einwohner.
|
|
1892 Bau des Immigrationszentrums auf Ellis Island. Bis zu seiner Schließung 1954
wandern 17 Mio. Menschen über die Insel vor New York ein.
Die Einwanderer wurden von einer Dame begrüßt, die seit 1886 im Hafenbecken auf einer
kleinen Insel steht und die Fackel hochhält. Sie ist ein Geschenk der Franzosen.
„BRING MIR DEINE MÜDEN; DEINE ARMEN ICH ERHEBE MEIN LICHT NEBEN DER GOLDENEN PFORTE:
Dieser Spruch steht seit 1903 am Sockel
1952 Die Vereinten Nationen tagen zum 1. Mal im neuen UNO - Gebäude
1994 Die Verbrecherrate sinkt zunehmend, NY wird immer beliebter.
|
|
|
|
Manhattan
28.Oktober1997
Um 7.00 Uhr Anwerfen der Kaffeemaschine. Ria bügelt. Heute wollen wir uns einmal die
empfohlenen Kaufhäuser ansehen. BLOOMINGDALE´S in der Third Ave/ 59 Str. Eigentlich hatte
uns ein Reiseführer von Dumont gewarnt. Zitat: Verschachteltes Labyrinth für Frauen mit
stabilem Kreislauf und Männer ohne Nerven. Der Orientierungssinn ist nach zwei Minuten
dahin, und dunkel vertäfelte Wände, drängelnde Massen sowie mit Parfüm um sich
spritzende Verkäuferrinnen tun ein übriges, um einen Besuch bei BLOOMIE´S zum
klaustrophobischen Erlebnis werden zu lassen." Dem ist unsererseits nichts hinzuzufügen.
Wir laufen weiter und gehen zum Empire State Building. Dieses Gebäude war bis 1973 mit
381 m das höchste Gebäude in dieser Stadt. Es wurde in den dreissiger Jahren in der Zeit
der schweren wirtschaftlichen Depression in nur 9 Monaten aus dem Boden gestampft. Über 60
000 t Stahl wurden verbaut und 6500 Fenster eingesetzt. - Eine riesige Warteschlange wartet
schon auf den Aufzug. 20 Minuten Wartezeit für die Tickets und 1 Stunde für den Aufzug.
Das ist uns zu lang. Der Eintritt kostet 6 $. Wir rufen von hier aus kurz in Braunschweig an
und gehen zu MACY'S am Herald Square.
Auf dem Wege dorthin folgendes Erlebnis. Ein Jude hört uns reden und bleibt kurz stehen und
fragt woher wir aus Deutschland kommen. Ria. Aus Norddeutschland, aus Braunschweig. Er:
Das ist Mitteldeutschland. Ich war ein Scheiß-Jude in Worpswede. Sagte es und
verschwand.
Wir sind bei MACY'S; unser Reiseführer schreibt: Die Mutter aller Kaufhäuser. Groß, hell
und übersichtlich und mit einem Herren - und Damensortiment, in dem sämtliche
amerikanischen und europäischen Designermarken zu finden sind. Wirklich preiswert ist
Macy´s nur während seiner Sales."
Wir kommen auch zum Broadway. Überall an den Theater - und Kinokassen stehen Schlangen.
Besonders schön sieht das hier nicht aus. Bei British Airways lassen wir unseren Rückflug
bestätigen. Eine Sitzplatzreservierung sei nicht möglich. Wie umständlich!
Wir schlendern zurück zum Hotel. Auf dem Wege dorthin kommen wir an der St. Patrick´s
Cathedral vorbei. Sie ist die größte katholische Kirche der USA, architektonisch angelehnt
an den Kölner Dom und die Kathedrale von Reims.
Christian fragt in einigen Buchhandlungen nach Büchern über "Middle Earth".
An der 5th Avenue gehen wir in den Trump Tower.
Außen schlichtes schwarzes Glas. Innen eine Orgie aus Gold und rotem Marmor. Ein 60 m hoher
Wasserfall rauscht durchs Foyer, goldene Rolltreppen verbinden die Etagen und die
Geschäfte, die wie edle Perlen in diesem glitzernden Gehäuse wirken: Alles vom Feinsten,
alles vom Teuersten. Daß DonaldTrump -wegen seiner Scheidungsaffäre bekannt geworden - so
hoch hinaus konnte und die in Midtown vorgeschriebene Bauhöhe überschreiten durfte,
verdankt er seinem Nachbarn Tiffany, dessen Luftrechte Trump erwarb.
Bei Broders wieder unser Abendessen. Ein paar Bücher gekauft und Ansichtskarten
geschrieben. Rotwein besorgt und ab ins Hotel. Gute Nacht!
Statue of Liberty
29.Oktober1997
Ein wunderschöner Sonnentag empfangt uns draußen. Wir wollen heute mit der Metro zum
Battery Park und von dort mit der Fähre zur Freiheitsstatue. Der Spruch: "Bring mir deine
Müden, deine Armen.." hat etwas Sarkastisches, denn neben der Statue liegt Ellis Island,
die Insel der Tränen. Hier wurde über das Wohl und Wehe der Einwanderer entschieden, denn
längst nicht jeder "Müde und Arme" war willkommen im Land der Glücklichen. Wer krank,
politisch nicht genehm oder völlig mittellos war, wurde zurückgeschickt!!!
Von denen die an Land gehen durften, blieben viele in New York hängen. Der Sprache nicht
mächtig, suchten sie die Viertel auf, in denen ihre Landsleute lebten; da gab es ein
Little Italy in der Gegend der Mulberry street, ein Kleindeutschland, dessen Zentrum
Tompkins Square war usw.
"... Measuring 151 feet high on a 154-foot-high pedestal, it is the tallest statue of
modern times..."
Ein Token kostet 1.50$ pro Person und bringt uns von der Lexington Ave nach Bowling Green.
Von dort gehen wir zur Anlegestelle und sehen bei bestem Sonnenwetter die Freiheitsstatue
vor uns. Was diese Statue für viele, viele Einwanderer bedeutet, die unter dem
NAZI-Deutschland auswandern mußten, das können wir nicht nachempfinden, doch muß ich hier
an die Schilderung von Cal Zuckmayer in seinem Buch "Als wär's ein Stück von mir"
denken.
|
|

Freiheitsstatue
|
|

Weihnachtlicher Autoschmuck
|
|
Zitat: "Um vier Uhr früh - es war der sechste Juni 1939, der Geburtstag meiner Mutter -
fuhr die "Zaandam" in die Hafenbucht von Manhattan ein. Wir standen fröstelnd an Deck,
sahen die Freiheitsstatue, die uns sehr an die Bavaria auf der Münchner Festwiese
erinnerte, sahen die berühmte "Skyline", die Umrisse der phantastischen Bauten von New
York, in einem fahlen Dämmer, dahinter stieg eine runde, glutrote Sonnenscheibe auf.
Dreimal brüllte die Dampfsirene des Schiffes, von einem noch fernen Kai her hallte die
Antwort. Da die Boote der "Holland-Linie" nicht am Hudson- Pier, sondern in dem
westlichen Hafen von Hoboken anlegten, glitt das Schiff in langsamer Fahrt, mit gedrosselten
Motoren, also fast lautlos, an der gesamten Stadt vorbei. Man sah jetzt bei immer stärkerem
Tageslicht, in die Straßen der "City", zwischen den riesenhaften Häusern des
Börsenviertels, hinein. Ich merkte, daß ich Angst hatte vor dieser Stadt, vor der Fremde,
vor allem, was kommen werde. Allmählich wurde es heiß. Man schwitzte, als man sich - viele
gewiß bangen Herzens - vor dem Salon des Schiffs in Schlange stellte, in dem mit einem
Hafenboot an Bord gekommenen Einwanderungsbeamten an verschiedenen Tischen Platz genommen
hatten.
Unser Pässe hatten wir vorher mit den ausgefüllten Zoll - und Fragebogen abgeliefert.
Jeder hatte eine Nummer bekommen, mit der er aufgerufen wurde. Ich versuchte, während wir
den Aufruf erwarteten, mich in eine zuversichtliche Stimmung oder wenigstens Haltung zu
versetzen, was mir auch einigermaßen gelang. Ich dachte an meine Flucht aus Österreich,
jene Nacht unter den Braunhemden an der Grenze, die kaum fünfzehn Monate zurücklag, und
wurde ruhig. Damit verglichen, war alles, was jetzt drohen konnte, gering.
Plötzlich hörte ich von einem der Tische, auf denen Pässe und Papiere aufgehäuft lagen,
meine Nummer rufen, dazu ein völlig unverständliches Wort: das war mein Name: Es klang wie:
Mister Ssackmähr.
Hinter dem Tisch saß ein viereckiger Mann mit viereckigem Gesicht, er hielt unsere Pässe
in der Hand und noch ein anderes, mir unbekanntes Schriftstück. Ich trat zu dem Tisch und
zeigte meine Nummer vor. Ich erwartete Fragen, Kreuzverhör. Ich repetierte im Geist die
vorbereiteten Antworten.
Aber der Mann streckte mir die Pratze entgegen, sein breites, hartkantiges Polizistengesicht
strahlte in einem freundlichen Grinsen.
"How do you do, Sir", sagte er und schüttelte mir die Hand, "Sie sind Gast von Miss
Dorothy Thompson? - (Anm.:D. Thompson war eine Freundin aus New York, die für die
Zuckmayers gebürgt hatte) - Yes, Sir, sagte ich, wie ich´s von Peggy Wood gelernt hatte.
(Zu jedem Polizeimann in Amerika: immer "Yes, Sir".)
Ohne weitere Fragen gab er mir die abgestempelten Pässe und Papiere. "Okay", sagte er,
"everything allright!" und hob zur Bestätigung eine anderes Schriftstück: "Sie haben
eine besondere Empfehlung von Präsident Roosevelt. Sie können sofort an Land gehen".
Er winkte einem seiner Kollegen, man machte uns Platz, wir schritten zur Gangway. Es war das
Märchen "Sesam öffne dich".
An diese Beschreibung mußten wir denken als ich hier im gleißenden Sonnenlicht dieses wohl
für viele sehnsüchtig erwartete Symbol der Freiheit, sah.
An der Anlegestelle wieder eine riesige Menschenmenge. Christian und ich stärkten uns mit
einem Hot Dog für 1.50$. Die Fahrt kostet nicht viel, das ist angenehm.
Auf unserer Fähre stehen die Besucher dicht gedrängt. Viele Deutsche unter ihnen. Als
wir auf der Insel sind, machen wir zunächst einen Spaziergang um dieses riesige Monument
herum und reihen uns in die Schlange der "Besteiger" ein. Im AAA - Tourbook steht."
Visitors should arrive early during summer to ensure access to the crown viewing area. On
peak visitation days the wait and the climb can take more than 3 hours. Food is available.
Picnicking is not permitted". Soweit der Reiseführer. Wollen wir oder wollen wir nicht?
Wir können mit dem Lift bis zur Plattform. Up to the crown sind es 334 Stufen. Christa und
Saverio waren hier, also können wir Asthmatiker das auch. Wir beschließen den Aufstieg.
Stufe um Stufe wie ein nicht endender Lindwurm geht es zu Zweit oder nur noch alleine Stufe
um Stufe nach oben. One - Way : Zurück geht's noch an der Plattform, sonst nur über die
Krone. Die Menschenschlange verhält sich diszipliniert. Keine Klaustrophobie. Rechts und
links sehen wir auf das Stahlskelett im Innern. Dann sind wir in der Krone und blicken aus
den leicht milchigen Glasscheiben hinaus auf die Skyline und dann geht es nach 1 Minute
Aufenthalt wieder hinunter zum Ausgang. Das Stehen auf den schmalen Stufen hat wohl die
Beinmuskeln vergiftet. Wir gehen, als hätten wir Beine aus Gummi, die Stufen hinunter ins
Freie. - Wir waren oben !-. Jetzt schleichen wir mit unseren "elastischen Beinen" zum
Fast - Food - Restaurant und speisen von Möwen umschwärmt in der Sonne, im Freien.
Christian sieht daß gleich die Fähre ablegen will. Wir spurten wie Enten zum Schiff und
fahren zurück zum Festland über Ellis Island, dort steigen wir jedoch nicht aus.
Am Battery Park sehen wir wie ein armer älterer Mann still aus den mit Essensabfall
überquellenden Mülltonnen sich Pommes Frites herausfischt und ißt. Der Schatten dieser
glanzvollen Gegend. Denn von hier aus sind es nur wenige Meter in die Finanzwelt. Wall-
Street, Liberty-street, World-Financial-Center und das World-Trade-Center. Wir gehen in
dieses mit seinen beiden 420 m hohen Türmen, dem höchsten Gebäude der Stadt. 1977
fertiggestellt, haben dort etwa 1200 Konzerne und Organisationen ihre Büros, in denen über
50.000 Menschen beschäftigt sind. Eine noch größere Zahl von Besuchern aus aller Welt
stattet dem Komplex tagtäglich eine Stippvisite ab. Wir zahlen pro Person 10$ und werden
mit einem der beiden Lifte "hochkatapultiert". Auf der 107. Etage genießen wir eine
unglaubliche Aussicht auf die Stadtlandschaft.
Die Skyline mit dem World Trade Center
Zur Ästhetik der beiden Ausrufezeichen in der Skyline läßt sich nicht viel Lobendes
sagen. Steht man direkt vor den beiden Türmen, auf der zugigen Plaza, fühlt man sich
erschlagen. Man ist doch fasziniert: zweimal 420 Meter, zweimal 110 Stockwerke.
Allein schon die Plaza: 20.000 qm groß. Auch die technische Leistung ist beeindruckend:
Wegen der immensen Höhe wurde von innen nach außen gebaut. Kräne waren in den
Luftschächten installiert., die den Stahl für die Außenwände emporzogen. Wer keine
Höhenangst hat, sollte auf Turm 2 fahren und von dort oben den Blick genießen.
Eine Tafel im Foyer gibt Auskunft, wie weit die Sicht ist. In Turm 1 kann man blicken und
dabei speisen: In luftiger Höhe befindet sich das Restaurant: "Windows on the World"
Wir haben heute ein einmaliges Wetter. Als der Sonnenuntergang beginnt, verfallen wir ins
Schwärmen. Unser Wortschatz reicht nicht aus, die Exklusivität dieses Erlebnisses zu
beschreiben. Unter unser beginnt die Dämmerung, vor uns taucht die untergehende Sonne den
Himmel in ein goldenes Rot. Die Brücken und Straßen werden durch die Autos zu riesigen
Lichtbahnen. Ein Luftschiff fliegt unter uns vorüber. Auf der Dachterrasse weht ein
kräftiger Wind. Ich versuche mit der Filmkamera trotz beginnender Dunkelheit die Eindrücke
aufzuzeichnen. Zu Hause werde ich sehen, ob es mir gelungen ist.
Tief beeindruckt verlassen wir Das WTC und gelangen durch die Liberty-Street zum Broadway.
Hier gehen wir in die bekannten Fachgeschäfte Barnes & Nobles und in J&R Music
World "der Lieblings-Elektronikladen der Manhattanites. Wir kaufen Bücher und Software
und nehmen die Metro zur 59. Street.
|
|
|
Zum Essen zu Broders. Während Christian noch bleibt, gehen Ria und ich ins Hotel
zurück. Ich mache mich anschließend auf die Suche nach unserem Weinladen. Ich frage einen
Türsteher, der mich zu einem Laden in der 54. verweist. Unser Lieblingswein ist zur Zeit:
MERLOT 12,5% Fortrant de France, $ 7,49 plus tax = $ 8,11. Mit 2 Flaschen Merlot für Ria
und mich und 2 Flaschen Icetea für Christian schmuggle ich in unser teures Hotel.
Nachdem Christian von Borders zurück ist, diskutieren wir noch einmal über unsere
Schuhputzer und versuchen nun die Antwort auf die Frage: Wer läßt hier putzen? zu finden.
Es fallen Stichworte wie: Persönlicher Aufstieg; Kompensationseffekt usw. Nun beginnen wir
noch das Thema: Die Straßen von New York am Abend und in der Nacht. Welche Funktion haben
sie für die Bürger dieser Stadt? Diese Straßen sind Kommunikationsplätze. Hier redet man
miteinander. - Endlich sind wir müde und schlafen endlich ein.
|
|
Central Park - Lincoln Center
30. Oktober 1997
Nach dem "Kaffee" gehen wir los. Ich lege wieder unser obligatorisches Trinkgeld für
das Zimmermädchen auf das Bett. Da merkt Christian, daß ich anstelle der sonst üblichen
1- Dollar-Note heute versehentlich einen 10 Dollar-Schein hingelegt habe. Verdammt, die
Dollarscheine sehen fast alle gleich aus.
Unsere Beinmuskulatur ist noch ziemlich hart. Der gestrige Tag steckt uns noch
sprichwörtlich in den Knochen.
Central Park
Dies Landschaft ist nicht natürlich entstanden, sondern von den berühmten
Landschaftsgärtner Olmsted und Vaux entworfen und angelegt.
16 Jahre lang waren Tausende von Arbeitern beschäftigt. 10 Millionen Wagenladungen Erde
mußten angekarrt werden, um auf dem felsigen Untergrund die Humusschicht zu legen, auf der
Büsche und Bäume wachsen. Im Süden wurden Gebäude errichtet - romantische Schlösser und
Theater - dort gibt es einen Zoo, Spielplätze und Eislaufflächen; der Norden wurde
unbebaut gelassen, hier sollte sich die Natur ungestört entfalten. Am siebten Tag der Woche
haben Autos Durchfahrverbot.
Wir nehmen ein kleines Frühstück im Sony - Center zu uns und wollen zum AAA ins Lincoln
Center. Zuvor sehen wir uns noch das Spielzeugwarengeschäft FAO SCHWARZ an. Man wird
erschlagen von all den Stofftieren, die es von den kleinsten Größen bis zu Übergrößen
hier im Überfluß gibt. Es ist der größte Spielzeugladen der Stadt, mit dem Schwerpunkt
auf Stofftieren. Wir ziehen weiter in den Central Park. Der Eingang ist sehr schön. Trotz
der 20 Grad Wärme ist hier mitten im Park eine Eislauffläche in Betrieb. Jung und Alt
laufen um diese Zeit Schlittschuh. Wir gehen über den Columbus Circle. Dort kaufen wir
gebrannte Mandeln und Erdnüsse, die uns sehr gut schmecken. Endlich kommen wir an den
riesigen Komplex des Lincoln-Centers heran und umqueren ihn. Ende der 6oer Jahre wurden zum
Bau dieses Theatergebäudes 12 Häuserblocks dem Erdboden gleichgemacht, 1500 Menschen
wurden umgesiedelt.
Das Lincoln Center for the Performing Arts besteht im einzelnen aus der Avery Fisher Hall -
dem Stammhaus des NY Philharmonic Orchestra - dem Metropolitan Opera House, sowie dem NY
State Theater, der Juiliard School of Music und dem Vivian Beaumont Theater. Doch unser AAA
war nicht in diesem Center, sondern in einem Bürogebäude in der Nähe. Dort wurden wir
wieder vorzüglich mit Prospekten versorgt. Über den Broadway schlendern wir zurück noch
einmal in den Trump Tower. Wein und Icetea werden besorgt. In der Nähe vom Hotel steht eine
kleine mobile Poststation, bei der ich Briefmarken erstehe. Nun werden auch endlich die
Postkarten geschrieben Zu Abend essen wir heute in einer netten Pizzeria und erklären den
Abend zum Fernsehabend, da morgen unsere Abreise angesagt ist. An diesem Abend können wir
schlecht einschlafen.
New York - London
31. Oktober 1997
Wir packen und fragen ob wir erst gegen 12. 30 Auschecken können. Das geht ohne Probleme.
Zum Frühstück und Mittagessen gehen wir wieder zu unserem Italiener. Der Türsteher
besorgt uns ein Taxi zum Flughafen JFK.
Der Fahrer fährt high speed. Nach knapp 40 Minuten sind wir bereits am BA Terminal. Die
farbige Ausschilderung zu den JFK Terminals ist ausgezeichnet.
Wir sind zu früh hier. Wir können erst nur das Gepäck einchecken. Die Platzreservierung
ist noch nicht möglich. Also warten bei tollem Wetter. Es ist Halloween. Viele Angestellte
haben sich angemalt oder laufen in kecken Kostümen herum. Unser Abflug verzögert sich um 2
Stunden, da die 747 einen Maschinenschaden hat und erst repariert werden muß. Ria und ich
kaufen uns noch ein paar Taschenbücher. Endlich kommt die Meldung, daß der Schaden behoben
ist. Gegen 20.00 heben wir ab. Das Fluggerät ist keine 757 sondern eine 747. Der Flugplan
bricht zusammen. Wir haben ein ungutes Gefühl, daß wir den Anschluß morgen in London wohl
nicht mehr bekommen werden. Die Sitze sind ziemlich end. Gut, daß wir zu Dritt
nebeneinander sitzen. Das Essen und der Service an Bord sind wieder sehr gut.
London - Hannover
1. November 1997
Wie wir schon vermuteten, kommen wir erst um 7.30 Uhr MEZ in London an. Unser connecting
flight ist schon up and away. Manche Passagiere meinen durch Vordrängen noch ihre
Verbindungsmaschine zu bekommen, doch später treffen wir sie alle wieder. Am BA - Schalter
sagt man uns, daß wir auf eine Lufthansa-Maschine umsteigen müssen. Abflug erst gegen
10.50 Uhr. Christian sagt in Braunschweig Bescheid. Ob unser Gepäck noch rechtzeitig in die
Lufthansamaschine eingeladen wird, ist zur Zeit noch unklar. Die LH zeigt kein großes
Interesse, zudem ist Sonntag. Im Clarks-shop kaufe ich mir neue Schuhe. Ria kauft in den
Buchhandlungen noch Taschenbücher ein.
|
|

Walter Jansen
Walter Jansen befindet sich im Ruhestand und hat nun endlich die Zeit gefunden seinem grossen Hobby dem "Reisen" nachzugehen. Neben seiner Frau und seinen Kindern sind Filmkamera und Fotoapparat dabei seine treuesten Reisebegleiter. Aber auch seine Gitarre darf nicht fehlen. Mit ihr bringt Walter Jansen vielen Menschen Unterhaltung und Freude. Besonders unterwegs bringt das Gitarrenspiel Menschen zusammen und Freundschaften werden durch die Musik leicht angebahnt.
Sein meist besuchtes Land ist Nord Amerika. Aber auch Malaysia, Australien, Neuseeland und einige Laender Afrikas faszinierten und inspirierten Walter Jansen zu weiteren Reiseabenteuern. Die naechste groessere Reise ist bereits in der Planung. Eine Reihe asiatischer Laender wird dieses mal das Ziel sein. Ganz neue Eindruecke und Abenteuer werden Gelegenheit zu weiteren Berichten geben.
www.reisekladde.de/
Kontakt via: kontakt@reisekladde.de
© Copyright für Artikel und Bilder liegen beim Autor
|
|
|
Von der BA hatten wir pro Person 5 engl.
Pfund Verzehrgeld erhalten. Wir schaffen es kaum. Christian verschenkt seinen Bon zur
Hälfte an einen Arbeiter.
Endlich 11.00 Uhr Abflug nach Hannover. Neben uns sitzt ein junger Neuseeländer, der sich
mit uns unterhält. Christian unterhält sich mit einem Lehrer über seine
Amerikaeindrücke.
Nach gut 50 Minuten landen wir in Langenhagen. Unser Gepäck ist nicht mitgeliefert worden.
Wir müssen die Identifikationen angeben für das gesamte Gepäck. Die Dame im
Lufthansabüro ist sehr nett und sichert uns zu, dafür zu sorgen, daß das Gepäck so
schnell wie möglich nach Hause geliefert wird.
Ein netter Shuttle-Fahrer fährt uns wieder zum Parkhaus Nord. Dort steht noch brav unser
Daimler und ab geht's nach Hause. Dort warten schon Opa und Oma auf uns, und....: die
leckere Kartoffelsuppe
|
|
|
|
|
|
|
|