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Reisebericht: Monticello - Richmond - Williamsburg
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Reisebericht: Die Wiege Amerikas
Monticello, Richmond, Williamsburg
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Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 1997
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
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Washington - über I 95 South - Potomac Mills - Manassas
21. Oktober 1997
Um 10.00 Uhr gehen wir zu Fuß zur HERTZ-Station in der 11th Street.
Wir legen unser Voucher vor und erhalten einen erst 3500 Meilen gefahrenen Ford Taurus.
Ich muß das Fahrzeug aus der Garage hinausfahren, da ich als Mieter eingetragen bin.
Nachdem das Auto das Gelände einen Meter verlassen hat, übernimmt Ria den Wagen und wir
fahren in Richtung Süden aus der Stadt hinaus. Es ist Mittagszeit und rush-hour. Wir fahren
auf dem Interstate 95 South weiter zu einem der "größten outlet-Center an der
Ostküste der USA" nach Woodbridge; ein riesiges, unübersichtliches Gelände mit
vielen Straßen: POTOMAC MILLS; über 220 stores. Hier kann man wohl alles kaufen, was es zu
kaufen gibt. Doch billiger als anderswo ist es auch nicht. Wir stellen immer wieder fest,
daß nur ab einer bestimmten Menge, die Preise interessant werden. Von hier aus fahren wir
über den landschaftlich schönen Prince William Parkway nach Manassas, nahe dem Manassas
Battlefield. Dort finden wir ein Super 8 Motel; die Übernachtung kostet 58$.
Wir beziehen unser Zimmer und kaufen ein. Dabei erleben wir beim Essen 2 Überraschungen:
1. Unser preiswerter Weißwein BOONES ORIGINAL COUNTRY KWENDER entpuppt sich als
Citrus-Wein. 2. Unser Crab Meat schmeckt sehr gut. Beim genauen Hinsehen stellt sich raus:
"Imitation Crab Meat".
Noch ein paar Worte zum Manassas National Battlefield. Im Juli 1861 und im August 1862
fanden an dieser Stelle zwei Bürgerkriegsschlachten zwischen den Konföderierten und den
Unionisten statt mit über 26.000 Toten und Verwundeten.
Hier im Manassas Super 8 Motel blieb meine schwarze Weste leider zurück. So werde ich
Manassas nicht vergessen.
Manassas - Front Royal - Shenandoah - Natural Bridge - Lynchburg
22. Oktober 1997
Heute habe ich Geburtstag. Wie meistens in den letzten Jahren ist der Gratulationskreis
auf Ria und Christian beschränkt. Ich hole Kaffee in der Thermoskanne und Donuts. Als ich
zurückkomme haben Ria und Christian schon den Tisch gedeckt. Ich bekomme als Sondermahl ein
mit Schinken belegtes Brötchen und Birne. Vor dem Teller steht eine tolle Karte und eine
Happy Birthday Creation. Ich genieße dies. Nachdem wir gepackt haben, fahren wir los. Wir
beschließen, das National Battlefield nicht zu besuchen.
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Das Wetter ist einmalig sonnig, und so wollen wir in den Shenandoah. Wir nehmen den I 66
West und gelangen nach Front Royal. Hier ist der nördliche Eingang zum Shenandoah National
Park im Staate Virginia. Der Ort hieß in den gesetzeslosen Pionerzeiten "Hell
Town". Hier beginnt der Shenandoah Skyline Drive. Shenandoah heißt übrigens
übersetzt aus der Indianersprache "Tochter der Sterne". John Denver, der
Countrysänger, hat sie unsterblich gemacht: "Blue Ridge Mountains, Shenandoah
River", singt er, "almost heaven, West Virginia..." Dem Himmel kommt man
wirklich selten so nah wie auf diesem Parkway, einer 170 km langen Panoramastraße, die sich
durch die Mitte des schmalen Nationalparks zieht.- Ria fährt zum Eingang. Der Eintritt
kostet 10,00$ Die Kassiererin schaut durch die geöffnete Fensterscheibe in das Auto hinein,
während ich den Hosengürtel öffne, um an den in die Unterhose gerutschten Brustbeutel mit
den Dollars zu gelangen. Ria und Christian können nicht mehr vor Lachen, während ich aus
der Unterhose die 10,00 $ hole und Ria das Geld der neugierig zuschauenden Frau gab. Das
"Have a nice day", erlöst mich aus der ungewollten Anspannung.
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Dieser Parkway verläuft oben auf dem Bergkamm, gibt weite Blicke frei auf eine satte
Landschaft, auf den mäandernden Shenandoah River und Berge, die sich in der Ferne im Blau
verlieren - die Blue Ridge Mountains. Hier wird natürlich die Videokamera aktiviert. Vor
allem jetzt im Herbst ist die Buntfärbung zu genießen. Hier an der Straße entlang gibt es
unzählige Aussichtspunkte und Picknickplätze. Schon bei der ersten Pause bläst uns ein
kräftiger Wind ins Gesicht wie im Westerwald. In Big Meadows essen wir zu Mittag. Tolles
und preiswertes Fastfoodessen plus 3 mal Kaffee und ganz nette Bedienung. Ein richtiges
Geburtstagsessen. Am Eingang entdeckt Ria ein Kombikinderwiege mit Sitzplatz für eine
Person. Ria kauft eine Thermoskanne und eine Luftmatratzenpumpe. Die Amerikaner sind gut
sortiert.
Die Bürgerkriegsparteien
Konföderation
Am 4.2.1861 gründeten die Staaten Georgia, South Carolina, Alabama, Mississippi,
Louisiana, Florida und Texas in Montgomery, Alabama, die Confederate State of America, die
Konföderation, der später noch Virginia, Arkansas, North Carolina und Tennessee beitraten.
Nicht alle sklavenhaltenden Staaten traten bei. Missouri, Kentucky, Maryland und Delaware
blieben in der Union oder verhielten sich neutral West-Virginia trennte sich von Virginia
und wurde 1863 in die Union aufgenommen. Der Sitz des zweiten nordamerikanischen Staates war
in Richmond. Im Jahre 1865, am Ende des Bürgerkrieges war der Spuk beendet.
Union
Mit Union wurden die nach der Sezession der Südstaaten verbleibenden Nordstaaten
bezeichnet, die den Bürgerkrieg gegen die Konföderierten führten.
Lincolns Wahl 1860 löste die Sezession der Südstaaten aus. Er war Sklavereigegner. Erst
am 1. 1. 1863 erklärte er die Sklaven in den von den Konföderierten kontrollierten
Gebieten für frei.In den vom Norden besetzten Gebieten und in den neutralen Frontstaaten
blieben die Schwarzen bis zum Ende des Bürgerkrieges in Unfreiheit. Lincoln sicherte sich
damit die Unterstützung der radikalen Republikaner und brachte die öffentliche Meinung
Europas auf seine Seite. Er, der eine Politik der Versöhnung mit dem geschlagenen Süden
durchzusetzen gewillt war, wurde am 14. 4. 1865 von einem politischen Fanatiker erschossen.
"Die Berge in Blau gehüllt, dem Himmel ganz nahe "Kaiserwetter", Sonne,
kalter Wind, blauer Himmel und weiße Wolken. Strahlender Herbst; rote und gelbe Blätter,
sanfte Hügelketten in der Landschaft wie zahlreiche spitze Maulwurfhügel in
einerTallandschaft", so vermerkt Ria in unserem Tagebuch während der Fahrt.
Dazu hören wir noch Countrysongs. In den Ranger-shops wird eingekauft, was pädagogisch
"wertvoll" ist. Unser Kofferraum wird immer voller. In der Nähe von Waynesboro
geht der Shenandoah PWy über in den Blue Ridge Mountains Pwy. Wir fahren über Buena Vista
zur Natural Brigde.
Der Cedar Creek hat hier einen gigantischen Bogen aus dem Kalksteinfelsen gewaschen, der
Thomas Jefferson so beeindruckte, daß er das Grundstück samt Naturattraktion 1774 von King
George III für 20 Shilling kaufte. Heute ist der Bogen in Privatbesitz und wird nach besten
Kräften vermarktet. Die Monocan Indianer nannten sie "Bridge of God", die Money
Indianer machen daraus "Brigde of Dollars". Ein vorgebautes pompöses
Visitor-Center läßt keinen Blick auf die Naturbrücke zu, es sei denn wir bezahlen pro
Person 8 $.
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Wir erstehen ein paar Souvenirs und fahren zurück in Richtung Lynchburg, wobei stark
beängstigend erneut die Tankanzeige die Reserve anzeigt. Dieses Alarmzeichen war schon
einmal kurz zu sehen, doch ich dachte nicht daran zu tanken. In Zukunft werde ich beim 1
Zeichen sofort tanken, denn man kennt die Entfernungen zur nächsten Tankstelle nicht. Man
muß sich das einfach bei solchen Fahrten angewöhnen.
Nach einigen Meilen finden wir eine kleine Tankstelle, die auch relativ preiswert den
"Saft" liefert. Wir gelangen dann nach Lynchburg. Wir hatten uns das Super -8 -
Motel North of Lynchburg, Madison Heights am Hwy 29 North im Katalog ausgesucht, das wir
nach langem Suchen auch fanden. Preis: 51,64 Dollar.
Ria entwickelt in so brenzligen Situationen beim Autofahren einen 7. Sinn. Da ist sie
absolut Spitze!
Wir beziehen unser Zimmer und fahren dann zu einer der Malls, an dem ganzjährig
geöffneten Christmas-Shop vorbei. Hier kaufen wir unser Abendbrot ein und kehren zurück.
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Monticello - Richmond - Williamsburg
23. Oktober 1997
Wieder ein schöner Tag. Zuerst kaufen wir wieder ein. Christian ein paar neue Jeans im
Walt Mart. Opa angerufen. Wir fahren auf dem HWY 29 N in Richtung Charlottesville in
Richtung Monticello, der Residenz des Präsidenten Thomas Jefferson. Im Jahre 1777 bezog
Jefferson seine nach seinen Plänen gebaute Residenz. Jefferson hatte mit den Bauplänen
1768 begonnen. Doch nach einem Besuch in Frankreich änderte er seinen Bau immer wieder.
Jefferson war ein Tüfftler. Er entwarf auch Möbel und erfand übrigens auch den
Storchenschnabel. Wir fahren weiter in Richtung Osten auf der Route 708 und Rt 20 und
gelangen über eine lange Zufahrt nach Monticello. Ein Riesenrummel. Garten, Residenz
können nur gegen hohen Eintritt betreten werden. Wir kehren um und fahren in das Visitor
Center. Hier kaufen wir wieder Bücher über die Geschichte Amerikas.
Take me home country roads
Almost heaven West Virginia,
Blue Ridge Mountains Shenandoah Rver.
Life is old there, older than the trees,
younger than the mountains growin ´ like a breeze.
Country Rroads take me home to the place I belong:
West Virginia, mountain mamma, take me home, Country Roads.
All my mem´ries gather round her
miner´s lady stranger to blue water.
Dark and dusty painted on the sky,
misty taste of moonshine, teardrop in my eye.
Country Rroads take me home to the place belong:
West Virginia, mountain mamma, take me home, Country Roads.
I hear her voice in the morning hours, she calls me,
the radio reminds me of my home far away,
and drivin´ down the road I get a feelin´ that I should have been home yesterday -
yesterday.
Country Rroads take me home to the place belong:
West Virginia mountain mamma take me home,
Country Roads. John Denver
Bei schönem Wetter fahren wir in Richtung Richmond, der Hauptstadt Virginias, weiter.
Wir befinden uns auf dem I 64 West. Bei der Gum Spring Junction gehen wir in eine
Autofahrerrestaurant Autobahnraststätten wie in Deutschland gibt es hier nicht - und werden
sehr nett bedient. Gestärkt geht's weiter nach Richmond. Auf der langen Broad - Street
durchfahren wir die 200.000 Einwohner zählende Stadt. Das hiesige State Capitol wurde
ebenfalls nach Jeffersons Plänen gebaut. Übrigens hier hat man dem Schriftsteller Edgar
Ellen Poe ein Museum gewidmet, da dieser seine Kindheit in dieser Stadt verbrachte und
hier erste Anerkennung als Autor fand. Hinter Richmond befahren wir den I 95 South biegen ab
auf den HWY 10 und bei Hopewell überqueren wir den St. James River auf einer Stahlbrücke,
die aussieht als wäre sie mit dem Märklin Metallbaukasten erstellt worden.
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Walter Jansen
Walter Jansen befindet sich im Ruhestand und hat nun endlich die Zeit gefunden seinem grossen Hobby dem "Reisen" nachzugehen. Neben seiner Frau und seinen Kindern sind Filmkamera und Fotoapparat dabei seine treuesten Reisebegleiter. Aber auch seine Gitarre darf nicht fehlen. Mit ihr bringt Walter Jansen vielen Menschen Unterhaltung und Freude. Besonders unterwegs bringt das Gitarrenspiel Menschen zusammen und Freundschaften werden durch die Musik leicht angebahnt.
Sein meist besuchtes Land ist Nord Amerika. Aber auch Malaysia, Australien, Neuseeland und einige Laender Afrikas faszinierten und inspirierten Walter Jansen zu weiteren Reiseabenteuern. Die naechste groessere Reise ist bereits in der Planung. Eine Reihe asiatischer Laender wird dieses mal das Ziel sein. Ganz neue Eindruecke und Abenteuer werden Gelegenheit zu weiteren Berichten geben.
www.reisekladde.de/
Kontakt via: kontakt@reisekladde.de
© Copyright für Artikel und Bilder liegen beim Autor
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Es geht weiter über den HWY 126 N auf die berühmte Baumwollstraße, dem HWY 5 East. An
diesem Highway liegen schöne alte Siedlervillen aus der Gründerzeit. Auf den abgeernteten
Feldern am James-River sehen wir keine Baumwolle mehr. Schade! Wir gelangen nach einem
langen Stop and Go wegen des starken Verkehrs und Straßenbau endlich an Jamestown vorbei
nach Williamsburg.
Eine Stadt mit viel Grünfläche und gepflegten Straßen und Häusern. Wir fragen bei
verschiedenen Motels nach Übernachtungspreisen. Diese hier sind überdurchschnittlich hoch
für amerikanische Verhältnisse.
Ria und Christian hatten ein Motel im Tourbook ausfindig gemacht. Es heißt Basset Motel,
Übernachtung für zwei Nächte kosten 80 $. Wir lassen uns von der netten Landlady das
Zimmer zeigen. Wir nehmen das Zimmer. Die Landlady erzählt, daß sie mit einem Deutschen
verheiratet sei, aus Aalen in Westfalen. Sie empfiehlt uns zum Abendessen ein chinesisches
Restaurant. Wir gehen hin und essen "all you can eat" und trinken für 30$. Es
schmeckte hervorragend.
Nächste Etappe: Norfolk - Chesapeake Bay - Annapolis
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