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Reisebericht: Minneapolis - Salt Lake City
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Reisebericht: Golden Eagle Passport
Minneapolis - Salt Lake City - Mormonentempel
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Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 1998
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
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Hannover - Amsterdam - Minneapolis - Salt Lake City
17. Oktober 1998
Die Fahrt zum Flughafen und vom Flughafen nach Hause beschäftigt uns in den letzten
Tagen vor der Reise. Wir kommen zu dem Schluß, daß wir ein Taxi nehmen, da wir bei der
Rückkehr doch eine lange Flugzeit hinter uns haben werden mit einem jetlag von 9 Stunden.
Punkt 4.30 wartet das Taxi auf uns. Wir sind rechtzeitig in Hannover. Unsere Maschine
startet unter drei Flugnummern KLM, Northwest, Eurowings. So kommen wir etwas ins
Schleudern, welcher Flug an der Anzeigetafel nun der unsere ist. Unser netter Taxifahrer
wartet und so finden wir den richtigen Abflugschalter in der richtigen Abflughalle.
Um 7.00 Uhr MEZ starten wir mit einer Turboprop - Maschine nach Amsterdam. Gegen 8.45
sind wir da. Es ist schönes Wetter. Das Boarding verzögert sich, was noch nichts bedeutet.
Dann nehmen wir unsere reservierten Plätze ein. Es ist eine Boeing 747 /400. Wir haben die
Plätze 32 a,b,c. Wir rollen zum Start. Plötzlich stehen wir. Ein gestreßte Stimme - der
Flugkapitän - meldet, daß eine Turbine nicht vorschriftsmäßig arbeite, man versuche
den Schaden sofort zu beheben und bittet um Geduld.
Wir werden zur Startposition zurück geschleppt. Ab und zu heulen die Triebwerke auf.
Nach 2 Stunden wieder eine gequälte Durchsage des Piloten, man werde noch zweimal
versuchen, die Triebwerke zu starten, man bittet um Geduld. Alle sind diszipliniert,
Kleinkinder, Ältere, Behinderte und wir. Nach insgesamt 4 Stunden Probesitzens in der
Boeing 747 erklärt die frustrierte Stimme des Flugkapitäns, daß der Flug nicht
stattfinden kann, das Problem sei nicht behoben, und wir würden nun ausgecheckt und in etwa
1 Stunde stehe eine neue Maschine zur Verfügung. Er bedankt sich für die Disziplin und
verspricht uns einen Verzehrgutschein, um die Pause zu überbrücken; das war's. Über 400
Passagiere werden wieder ausgeladen samt Gepäck.
Die Logistik an diesem Samstag stimmt bei KLM nicht. An einem Info - Schalter fragt Ria
nach den Anschlüssen in Minneapolis nach Salt Lake City. Doch leider verkündet diese Dame
uns, daß sie Dienstschluß habe und wir doch an einen anderen Schalter gehen sollten.
Dieser andere Schalter liege etwa 5 Minuten von hier entfernt. Das weht einem den Hut vom
Kopf. Ich denke wir sind in Deutschland: Dienst nach Vorschrift. Da sitzen wir 4 Stunden im
Flieger ohne unserem Reiseziel näher gekommen zu sein und dann dieses Verhalten. Ria geht
noch zu einem anderen Schalter, dort gibt man ihr zu verstehen, daß sie das in Minneapolis
klären sollte. Hilfreich, oder? Nun sollen möglichst 480 Passagiere ihre Verzehrgutscheine
einlösen. Christian, der arme, kommt nicht mehr dazu, denn nun beginnt gleich das erneute
Boarding. Statt Abflug Amsterdam 11.15 MEZ nun erst 16.45 MEZ. Flugzeit 8h30 min. Doch
lieber 4 Stunden verspätet ankommen als gar nicht. Alles ist relativ.
Gegen 18.30 Ortszeit landen wir in den USA, in Minneapolis/ Saint Paul.
Minneapolis, Stadt im Südosten von Minnesota am Mississippi. Sie ist Verwaltungszentrum
des Bezirks Hennepin. Zusammen mit Saint Paul ist sie unter dem Namen Twin Cities
(Zwillingsstadt) bekannt und wirtschaftliches und kulturelles Zentrum dieser Region.
Minneapolis ist das Zentrum einer sehr fruchtbaren Agrarregion und darüber hinaus
Verkehrsknotenpunkt sowie ein wichtiges Handels- und Finanzzentrum
Diese Stadt war mir kurz vor der Reise noch unbekannt. Ich hatte mich nur orientiert, wo
sie liegt und stellte fest, nicht weit von den großen Seen im Norden der USA. Doch wir
werden diesen Ort nicht mehr vergessen. Warum?
Die Abfertigung beim Immigration Officer geht ziemlich zügig. Dort hat man den Ansturm
schnell im Griff. Ein paar freundliche Worte und dann müssen wir weiter mit unserem Gepäck
natürlich wieder durch den Zoll um nach Salt Lake City einzuchecken. Nun erleben wir, alle
Staatsgewalt geht vom Volke aus. Bitte die Ausweise. Es fehlt mein Schnurrbart. Kurzes
Eintippen meines Namens am Computer, dann die freundliche Stimme des dienstbeflissenen
officers: Stopp, we have to controll! Mein zweiter Vorname wird mir zum Verhängnis:
Josef: Der in schwarz gekleidete Officer wird bestimmter: Do you have any other
identifications?
Ja, ich halte ihm meine Geldbörse hin, daraus nimmt er nun alles, was nach Ausweise
aussieht, neben dem Personalausweis vor allem meinen Blutgruppenpaß. Mittlerweile tritt
noch eine kleine rundliche Polizistin, wie die aus der Police-Academy dazu. An ihr wackelt
neben dem zu großem Colt, alles, die Blechspangen, usw. Sie beäugt mich zunächst. Dann
geht das Fragen der Polizeigewalten los: What is your father's and your mother's name? Ich
sage: Gottfried oder Fritz, meine Mutter Gertrud. - Jetzt werden die Computer im Büro
bearbeitet.
"Sorry, I have to do my duty? Did you have any contact with the american law?"
Ich verneine. "I will be correct. Please show me your teeth!" Ich will schon
fragen, ob ich sie rausnehmen soll. Doch er nickt zufrieden. Ria und mich fragen sie nach
dem Beruf. Da kommt Miss Piggy und fragt nochmals: What is your father's name and your
mother's name? What is your profession? Ich antworte, daß ich retired person sei, also
Rentner, und zeige auf meinen Rentnerausweis und füge gestreßt zu: This is my prisoner
card. (Richtig: pensioners card). Er merkt wohl das Versprechen. "Please keep your
hands on the desk, ok?" Daraufhin nochmals die Frage nach meinen lieben verstorbenen
Eltern. Warum wir einmal über Toronto in die USA eingereist seien. Nochmals Beratung
untereinander. Mittlerweile sind alle Passagiere schon abgefertigt. Ein kleiner Polizist
wohl mexikanischer Abstammung gesellt sich zu uns. Ich frage nach unserem connecting flight.
Die Fluggesellschaft sei informiert, heißt es.
Nun werden noch einmal die Köpfe zusammengesteckt, der Computer beäugt, dann endlich:
Sorry, it's ok. Der kleine Mexikaner sagte: Sorry, it's not your day, sir. Er hatte recht, es
ist wohl nicht unser Tag. Wir sausen mit unserem Gepäck zum Baggage claim. Dort nimmt man
sofort unser Gepäck für SLC in Empfang. Nun rasen wir weiter zum Eincheckschalter. Die
Hetze ist vergebens. Die Maschine ist up and away. Die nächste gehe in gut einer Stunde.
Abendessen ist ebenfalls futsch. Dafür fliegen wir nun first class. Ab Abflug gießt es in
Strömen.
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Bald sind wir über dem Wilden Westen. Wir fliegen über Rapid City - Cheyenne -
Laramie - Rock Springs nach Salt Lake City. Namen wie aus einem Wild-West-Roman. Beim
nächtlichen Anflug auf Salt Lake City ist der weisse Mormonentempel aus der Luft deutlich
zu sehen.
Ein freundlich gestalteter Flughafen erwartet uns. Bei Hertz bedient uns ein
netter Angestellter. Für Yellowstone brauche man einen Vierradantrieb, da dort schon seit
14 Tagen Schnee liege, meint er. Wir entscheiden uns für die südliche Route und nehmen
wieder unseren vertrauten FORD TAURUS.
Ria fährt uns direkt ins Motel TRAVELODGE am Temple
Square, das wir von Deutschland aus gebucht hatten. Gegen 2.00 Uhr Ortszeit schlafen wir
ein.
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Salt Lake City
18. Oktober 1998
Am Morgen steht plötzlich eine fremde Frau mit Koffer in unserem Zimmer, obwohl wir für
die Türen Codekarten haben. Wir erklären ihr, daß wir zwei Tage gebucht haben. Nun gehen
unsere Karten auch nicht mehr, da sie ungültig sind. Christian klärt das Mißverständnis
im Büro auf. Man hatte unser Zimmer irrtümlicherweise frei gegeben. Die Karten werden neu
codiert und alles ist wieder okay.
Bei herrlichem Wetter gehen wir in die Stadt. Hinter unserem Motel ist das Gebirge der
Wasatch Mountains zu sehen. Wir wohnen direkt am Temple-Square, so daß wir zu Downtown
nicht weit zu gehen brauchen. Der ganze Tempelsquare und auch die Hauptgeschäftsstraßen
machen einen gepflegten europäischen Eindruck. Für amerikanische Verhältnisse ist SLC ein
saubere Stadt.
Im Hinblick auf die nahen Olympischen Spiele werben Hinweistafeln mit dem Slogan:
"Greatest snow on earth!"
Überall gepflegte Blumenbeete und Bäume und saubere Gebäude. Prägend ist natürlich
der riesige Mormonentempel, the church of Jesus Christ of Latter-Day - Saints. Wir gehen
auf das Tempelgelände. Junge Frauen geben bereitwillig Informationen. Als wir eine
ansprechen, steht gleich ein japanischer Fernsehmann neben uns und zeichnet das Gespräch
auf. Die "Helferinnen" sind wie alte englische Gouvernanten gekleidet, bleich,
asketisch stets freundlich.
Salt Lake City, Hauptstadt des Bundesstaates Utah (USA), am Großen Salzsee. Die Stadt
ist Standort der verschiedensten Industriezweige. Erdölprodukte, Metallwaren,
Nahrungsmittel, Druckerzeugnisse und Textilien werden hier hergestellt. Von wirtschaftlicher
Bedeutung ist auch der Abbau von Kupfer, Silber, Blei, Zink, Kohle, Eisenerz und anderen
Mineralien in den nahe gelegenen Bergbaugebieten. Das internationale Hauptquartier der
Mormonen ist eines der herausragendsten Gebäude der Stadt. Weitere Attraktionen in Salt
Lake City sind das Tabernakel der Mormonen (1867), Heimat des 325 Stimmen starken
Tabernakel-Mormonen-Chors, der Mormonentempel aus dem Jahr 1893, das Kapitol (1915) sowie
das Museum der Schönen Künste von Utah und die Symphony Hall, in der das
Symphonieorchester des Bundesstaates zu Hause ist. Salt Lake beheimatet die Universität
Utah (1850), das Westminster College (1875) und ein städtisches College.
Auf der Suche nach einem Land, "das niemand möchte", betraten die Mormonen am
24. Juli 1847 das Tal des Großen Salzsees. Ihr Führer Brigham Young erklärte das Gebiet
um den See als geeignet und die Pioniere begannen mit der Kultivierung des Landes. 1849
wurde für den Staat der Verlassenen eine Verfassung entworfen und Great Salt Lake City (der
Name wurde 1868 zu Salt Lake City verkürzt) zur Hauptstadt dieses Staates gewählt. Die
Bevölkerung wuchs durch den Einfluss der Mormonen, die größtenteils aus Europa
einwanderten, ständig an. Salt Lake City blieb auch Hauptstadt von Utah, als das
Territorium 1896 Teil der Vereinigten Staaten wurde. Die Wirtschaft der Stadt erstarkte mit
der Fertigstellung der ersten transkontinentalen Eisenbahn 1869. Die Einwohnerzahl beträgt
etwa 160 000. Im Jahre 2002 sollen hier die olympischen Winterspiele stattfinden
Großer Salzsee, großer Salzwassersee im Norden Utahs. Der abflusslose See, der etwa 1
280 Meter hoch liegt, ist circa 120 Kilometer lang und 48 bis 80 Kilometer breit. Die
Durchschnittstiefe beträgt circa sechs Meter, kann allerdings jahreszeitlich beträchtlich
schwanken: So weist der See im Frühling, wenn er die Schmelzwässer der Flüsse aus den
Bergen der im Osten gelegenen Wasatchkette aufnimmt, die größte Tiefe auf. Seit den
sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts hat die Größe des Sees merklich abgenommen. Heute
bedeckt er eine Fläche von durchschnittlich 4 400 Quadratkilometern. Mit 6 343
Quadratkilometer erreichte der See 1986 seine größte Fläche, die Wassertiefe erhöhte
sich gleichzeitig um 3,35 Meter.
Der Große Salzsee ist ein Rest des pleistozänen Lake Bonneville. Heute fließen der
Jordan River von Süden, der Weber River von Osten und der Bear River von Nordosten in den
See. Da das Wasser nicht abfließen kann, weist der See einen relativ hohen Salzgehalt auf.
Hauptbestandteil der gelösten Salze ist Natriumchlorid, also Kochsalz, das zu
Handelszwecken gewonnen wird. Man schätzt, dass der See mehr als fünf Millionen Tonnen
Natriumchlorid in gelöster Form enthält. Trotz des Salzgehalts von maximal 27 Prozent
wurden in dem See mehrere Arten von Meereslebewesen gefunden, darunter viele verschiedene
Salzwassergarnelen.
Der See wurde erstmals um 1770 von zwei katholischen Priestern, Silvestre Vélez de
Escalante und Francisco Atanasio Domínguez, karthographisch erfasst. Der See wurde dann
zunächst 1830 durch Benjamin Bonneville erforscht, bevor ihn 1843 bis 1845 John Charles
Frémont nochmals untersuchte. Im Jahr 1849 wurde das Gebiet erstmals durch eine Gruppe von
Pionieren der US-Armee vermessen.
Nachdem wir in einer gepflegten Mall ZCMI chinesisch gegessen haben, beschließen wir
zurückzugehen und einmal an den Großen Salzsee zu fahren. Ria fährt den I -80 West. wir
nehmen Exit 104 zum SEA POINT VISIT HISTORIC SALT AIR. Ein altes Salzgewinnungsgebäude. Von
außen sieht es aus wie ein Haus aus 1001 Nacht, oder Batmans Geburtshaus. Innen wie ein
altes Sole - Kurhaus, natürlich mit giftshop. Wir gehen hindurch und gelangen an das
schmale Seeufer. Hier kann man sich auf Liegestühlen nach einem Bad erholen. Doch überall
liegen tote Vögel. Da Nachsaison ist, werden sie wohl nicht entsorgt. Der See liegt grau in
grau und ist am Horizont von den kahlen Bergen und Wolken nicht mehr zu unterscheiden. Wir
fahren bei schönem Wetter bei West Valley in eine Mall. Bei JC - Penny erstehen wir für
15 $ nun endlich, die im letzten Jahr schon für "schön" empfundenen Bären. Da
Sonntag ist schließt man hier im frommen Mormonental um 17.00 Uhr die Pforten. Zurück zum
Motel. Anschließend zu Borders. Hier kaufen wir wieder Bücher (bargain = günstiger Kauf)
im Sonderangebot. Danach beschließen wir am Abend eine geführte Besichtigung im
Temple-Square zu machen. Ein junge Koreanerin führt uns. Sie selbst hat in dieser
Glaubensgemeinschaft die Geborgenheit gefunden, die sie wohl sehr vermisste. Sie lebte mit
ihren Eltern in Kanada, hatte dort keine Freunde, Schwierigkeiten in der Familie und in der
Schule. Sie nimmt sich Zeit uns führt uns durch das Gelände und in das Tempelchorgebäude.
Schade, daß wir den Chor nicht gehört haben.
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Anschließend gehen wir in den Tempel. In das Gotteshaus dürfen nur höhere Chargen
rein. Wir sind wie unsere Führerin Fußvolk und werden nun auf Missionierungstour geschickt.
Alles ist überdimensional. Das Leben Jesu ist an großen Bildern dargestellt. Ein
Wendelgang führt uns nach oben. Im obersten Stockwerk ist ein Firmament dargestellt. Eine
besinnliche Ansprache mit entsprechender Musik untermalt flößt Nachdenklichkeit ein. Zum
Abschluß sehen wir in einem Film über das Leben Jesu, das "Life of Bryan".
Interessanterweise sind in dem Film keine Schwarzen zu sehen, wohl aber sehr viele
asiatische Gesichter. Missionierungsschwerpunkt?
Am Ausgang ist die Mormonenbibel in allen Sprachen zum Mitnehmen ausgelegt. Gestärkt in
unserem Glauben streben wir der Stärkung unserer irdischen Hülle zu. Wir gehen in Deas
Restaurant. Christian: Hier gibt es Essen von getauften Rindern".
Im Motel diskutieren wir noch lange und schlafen dann selig ein.
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Hier nun ein Auszug zum Thema Mormonen:
Mormonen, 1830 von Joseph Smith gegründete christliche Religionsgemeinschaft, zu
der sich weltweit circa 8 Millionen Mitglieder bekennen, von denen die Hälfte in den USA
leben. Vor dem 2. Weltkrieg gab es die meisten Bekehrungen in den USA, Großbritannien und
Skandinavien. Der neuere Zuwachs an Mitgliedern, insbesondere in der so genannten Dritten
Welt, ist in erster Linie auf die Missionstätigkeit der Mormonen zurückzuführen, die mit
einem Stab von rund 45 000 Personen weltweit in verschiedenen Städten ihre Lehre verkünden
und um Mitglieder werben.
Charakteristika
Die Mormonen, offiziell die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, vertreten
die Auffassung, dass das Christentum im Lauf der Zeit zu einer korrupten Gemeinschaft
verkommen sei und das Evangelium neu verkündet werden müsse. Hierzu bedürfe es jedoch
einer neuen göttlichen Offenbarung, welche die entscheidenden Inhalte in reiner Form
enthülle und die verloren gegangene priesterliche Autorität der Apostel wiederherstelle.
Lehre
Die Mormonen üben religiöse Toleranz und respektieren andere Glaubensgemeinschaften.
Gleichwohl betrachten sie nur ihre eigene Bewegung als von Gott autorisierte und anerkannte,
ja "einzig wahre und lebende Kirche der Erde". Aufgrund dieser Überzeugung
verbreiten sie ihre Botschaft weltweit und bekehren sogar andere Christen.
Die Lehre der Mormonen beruht auf vier Büchern: der Bibel, dem Buch Mormon und den von
Joseph Smith verfassten Schriften Lehre und Bündnisse sowie Köstliche Perle (1842). Bei
den Schriften Smith‘s handelt es sich angeblich um göttliche Offenbarungen und
Inspirationen.
Eine Reihe von Lehren unterscheiden das Mormonentum klar vom traditionellen Christentum.
So glauben die Mormonen an eine vorgeburtliche Existenz der menschlichen Seele. Den
dreieinigen Gott definieren sie als drei voneinander getrennte Individuen, wobei sie Gott
Vater und Jesus Christus als Personen mit physischer Gestalt und einer gemeinsamen Absicht
begreifen. Sie gehen davon aus, dass Gläubige, die rechtschaffen leben, nach ihrem Tod eine
höhere Stufe erreichen und sich dadurch auf eine göttliche Natur hin entwickeln. Wie die
Täufer und andere restaurative Gemeinschaften vertreten sie die Auffassung, dass das
Nizänische Glaubensbekenntnis von 325 eine Abweichung von der reinen urchristlichen Lehre
darstelle. Darüber hinaus zeigt die Tatsache, dass die Mormonen weder der Ökumenischen
Bewegung noch dem Ökumenischen Rat der Kirchen angehören, dass sie ein grundsätzlich
anderes Verständnis vom Christentum haben als die meisten anderen christlichen Kirchen.
Aufbau
Die Kirche der Mormonen besitzt eine auf der Mitarbeit von Laien beruhende, hierarchische
Struktur. Diese bekleiden nach dem Rotationsprinzip Ämter in den verschiedenen
Kongregationen (Bezirken), denen für je fünf Jahre ein Bischof mit zwei Beratern vorsteht.
Da in jedem Bezirk ungefähr 200 Ämter zu vergeben sind, sind die Mormonen aktiv am
Gemeindeleben beteiligt. Viele Mitglieder unterrichten, predigen, übernehmen humanitäre
und soziale Aufgaben oder gehören Ausschüssen an.
Mehrere Bezirke bilden einen "Pfahl Zions", die von drei Präsidenten sowie von
einem zwölfköpfigen Hohen Rat geleitet werden. Verschiedene "Pfähle" schließen
sich zu einer Region zusammen. Das eigentliche Führungsgremium besteht aus den obersten
Präsidenten, Aposteln und Hohenpriestern, die ihre Funktionen hauptamtlich ausüben. Da sie
vor ihrer Wahl selbst als Laienmitglieder wirken, kann von einem professionellen Klerus oder
einer offiziellen Kirchenverwaltung im eigentlichen Sinn jedoch nicht gesprochen werden.
Obwohl die lokalen Gruppierungen dazu aufgerufen sind, ihre Ideen und Vorschläge
miteinzubringen, liegt die Politik fest in den Händen der zentralen Organisation. Diese
besteht aus drei Bischöfen sowie dem Ersten Quorum der Siebziger mit sieben Präsidenten.
Darüber stehen der Führungskörper, der Rat der Zwölf Apostel, sowie der Präsident
(von den Mormonen häufig als Prophet bezeichnet) mit seinen beiden Ratgebern, die
regelmäßige Zusammenkünfte untereinander oder mit den "Aposteln" abhalten.
Letztere bestimmen ihre Nachfolger selbst. Der rangälteste Apostel übernimmt nach dem Tod
eines Präsidenten automatisch dessen Amt.
Gottesdienst und Aktivitäten
Der Gottesdienst besteht aus Liedern, Gebeten, dem Abendmahl mit Brot und Wasser sowie
Laienpredigten.
Die Mormonen wurden nicht nur aufgrund ihrer Missionstätigkeit bekannt, sondern auch
wegen ihres gutorganisierten Wohlfahrtsprogramms, das Bedürftige unterstützt. Gemäß dem
Wort der Weisheit verzichten sie auf den Genuss von Tee, Kaffee, Alkohol und Tabak. Die
Kirche unterhält ferner den weltberühmten Chor Mormon Tabernacle Choir in Salt Lake City
(Utah) sowie die Brigham-Young-Universität in Provo (Utah) mit über 25 000 Studenten.
Geschichte
Das Mormonentum entstand im Zuge der religiösen Erweckungsbewegung, die im 19.
Jahrhundert in Amerika in der zweiten Großen Erweckung gipfelte. Eigenen Berichten zufolge
soll dem vierzehnjährigen Joseph Smith um 1820 in einer Vision Gott Vater und Jesus
Christus erschienen sein, die ihm mitteilten, dass die wahre Kirche auf Erden zur Zeit nicht
existiere.
Gründung der Kirche
1830 übersetzte und veröffentlichte Smith das Buch Mormon als "Heilige Schrift der
Ureinwohner Amerikas". Am 6. April 1830 gründete er in Fayette im Staat New York unter
dem Namen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage die Mormonenkirche.
1831 wurde das Zentrum nach Kirtland (heute Kirtland Hills) in Ohio verlegt. Ungefähr
zur gleichen Zeit wurde in der Gegend in Missouri, die Smith als Ort der Wiederkehr
bezeichnet hatte, eine weitere Niederlassung der Mormonen gegründet. Daraufhin
übersiedelten viele Mormonen nach Ohio und Missouri.
Verfolgung
Da die Mormonen sich nach ihrer Gründung Drohungen und Verfolgungen ausgesetzt sahen,
flohen sie um 1839 aus Kirtland und der Missouriregion zu den Ufern des Mississippi nach
Commerce (Illinois), das sie in Nauvoo umbenannten. Um weitere Angriffe zu verhindern,
gestattete der Gouverneur von Illinois der Gemeinschaft die Bildung einer Miliz. Durch das
ständige Anwachsen der Gemeinde vergrößerte sich Nauvoo zwischen 1844 und 1845 auf 11 000
Einwohner.
Als 1844 Joseph Smith und sein Bruder Hyrum wegen Verrat und Verschwörung Haftstrafen
verbüßten, stürmte eine aufgebrachte Menge das Gefängnis und tötete Smith.
1860 übernahm Joseph Smith III. die Führung einer Abspaltungsbewegung, die ihr Zentrum
im Mittleren Westen hatte. Unter seiner Leitung entstand die neu gegründete Kirche Jesu
Christi der Heiligen der Letzten Tage. Diese verwarf die Polygamie, die unter Smith
eingeführt worden war, und einige andere Glaubensinhalte, die in Nauvoo festgelegt worden
waren. Bis 1980 wuchs die neue Gemeinschaft auf circa 350 000 Mitglieder an.
Der Treck nach Utah
Brigham Young, der oberste der "Zwölf Apostel", wurde 1847 zum neuen
Präsidenten und Propheten ernannt, nachdem er einen großen Flüchtlingstreck erfolgreich
von Illinois zum Großen Becken in den Rocky Mountains begleitet hatte. In der Region, die
heute als Bundesstaat Utah bekannt ist, machten die Mormonen Salt Lake City zu ihrem neuen
Zentrum und errichteten über 300 weitere Niederlassungen in einem Gebiet, das sich von
Kalifornien bis nach Colorado und von Mexiko bis Kanada erstreckte. Die meisten Mormonen
blieben jedoch in Utah oder in den direkt angrenzenden Staaten.
Eine Minderheit von zehn oder 20 Prozent der Mormonen bekannte sich zur 1852 offen
eingestandenen Vielehe. Als sich 1857 bis 1858 Gerüchte über die Illoyalität der
Sektenmitglieder mehrten, entsandte die Regierung Truppen nach Utah. Der nun beginnende
Krieg endete wegen zahlreicher militärischer Fehler fast mit einer Katastrophe. Danach
versuchte man, die Mormonen mit einer Reihe von Gesetzen und Strafandrohungen zu einem
monogamen Lebenswandel zu zwingen. Eine Weile schob die Leitung eine Entscheidung hinaus,
doch 1890 veröffentlichte der Präsident Wilford Woodruff ein Manifest, das gemeinhin als
Abschied von der polygamen Ära gilt. Zwar praktizierten manche Mormonen weiterhin die
Polygamie, diese wurde jedoch von der Kirche nicht mehr öffentlich vertreten.
Das heutige Mormonentum
Von christlichen Kirchen, etwa der protestantischen, unterscheiden sich die Mormonen in
der Auffassung von der Natur Gottes, dem Verständnis von Kirchen oder der Erlösung. Wie in
den großen christlichen Kirchen spielt bei den Mormonen das soziale Engagement eine
besondere Rolle. Der Ökumene stehen sie ablehnend gegenüber. Sie bekämpfen Abtreibung und
Geburtenkontrolle und lehnen die Aufnahme von Frauen ins geistliche Amt ab. Sie betrachten
sich selbst als bewahrende Kraft in einer Zeit der Säkularisierung und der "liberalen
Kompromisse". In der Realität verhalten sie sich aber häufig wesentlich pragmatischer,
als ihr Ruf es erwarten lässt. Die Geburtenrate, die noch immer über dem
nationalen Durchschnitt liegt, sank in jüngster Vergangenheit beständig, seit die
Führungsspitze die Entscheidung zur Verhütung ins individuelle Ermessen stellte. Auch
Scheidungen sind, wenngleich nicht gerne gesehen, so doch nicht mehr generell verboten und
folgen in ihrer Häufigkeit dem allgemeinen Trend.
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Walter Jansen
Walter Jansen befindet sich im Ruhestand und hat nun endlich die Zeit gefunden seinem grossen Hobby dem "Reisen" nachzugehen. Neben seiner Frau und seinen Kindern sind Filmkamera und Fotoapparat dabei seine treuesten Reisebegleiter. Aber auch seine Gitarre darf nicht fehlen. Mit ihr bringt Walter Jansen vielen Menschen Unterhaltung und Freude. Besonders unterwegs bringt das Gitarrenspiel Menschen zusammen und Freundschaften werden durch die Musik leicht angebahnt.
Sein meist besuchtes Land ist Nord Amerika. Aber auch Malaysia, Australien, Neuseeland und einige Laender Afrikas faszinierten und inspirierten Walter Jansen zu weiteren Reiseabenteuern. Die naechste groessere Reise ist bereits in der Planung. Eine Reihe asiatischer Laender wird dieses mal das Ziel sein. Ganz neue Eindruecke und Abenteuer werden Gelegenheit zu weiteren Berichten geben.
www.reisekladde.de/
Kontakt via: kontakt@reisekladde.de
© Copyright für Artikel und Bilder liegen beim Autor
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Viele Jahre lang weigerten sich die Mormonen, Schwarze zu Priestern zu weihen. Diese
Ausgrenzung war um so auffälliger, da jeder männliche Gläubige dieses Amt im Alter von 12
Jahren automatisch erhält.
1978 beschloss die Erste Präsidentschaft schließlich,
Ordinationen fortan "ohne Ansehen der Rasse oder Hautfarbe" durchzuführen. Frauen
dürfen sich zwar auf vielfache Weise in die Arbeit der Kongregationen einbringen und sollen
auch studieren oder ihre Fähigkeiten auf andere Art entfalten, bleiben aber grundsätzlich
im Laienstand und können nicht bis in die Führungsspitze aufsteigen.
Das Mormonentum stellte seit jeher eine eigenartige Mischung aus einem die Bibel
wörtlich nehmenden Christentum, amerikanischem Pragmatismus, wirtschaftlicher
Experimentierfreude, politisch konservativem Denken, Evangelikalismus und protestanischem
Fundamentalismus dar.
Nächste Etappe: Arches NP - Mesa Verde NP
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