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Reisebericht: Salar de Uyuni / die Lagunen / Nordchile /
Arequipa
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Entdeckungreisen zu alten Kulturen
Salar de Uyuni / die Lagunen / Nordchile / Arequipa
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Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 2000
Altersgruppe des Autors: über 35 Jahre
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Salar de Uyuni
Um ein Haar hätten wir unseren Bus nach Uyuni verpasst. Der
Taxifahrer konnte die Adresse der Busgesellschaft nicht finden. Fast
eine Stunde irrten wir durch die Strassen von La Paz und waren
überglücklich, dass der Bus tatsächlich auf uns beiden letzten
Passagiere gewartet hatte. 10 Stunden dauerte die Nachtfahrt in dem
bequemen Pullmann, unterbrochen nur von einer Reifenpanne auf halber
Strecke.
Einigermassen fit begaben wir uns sogleich zum Büro unseres
Tourveranstalters. Der Toyota Landcruiser stand schon
abfahrtsbereit. Unsere Gruppe bestand aus 7 Personen, neben uns noch
zwei Schwedinnen, ein Ehepaar aus Stuttgart, sowie Franz, der
Fahrer. Obwohl wir „All Inclusive“ gebucht hatten deckten wir uns
noch mit ein paar Snacks und Trinkwasser ein. Man weis ja nie.....
Gegen Mittag konnte das Abenteuer dann beginnen.
Der Salar de Uyuni ist mit ca. 160 x 135 km die größte Salzfläche
der Erde. Die Salzkruste ist zwischen zwei und sieben Metern dick.
Nachdem wir einen Eisenbahnfriedhof unweit der Stadt besucht hatten,
machten wir noch einen kleinen Stopp an einer Salzfabrik. Danach
fuhren wir in das 3670m hoch gelegene „Weiße Meer“, wie der Salar
von den Einheimischen genannt wird. Mit über 100 Sachen brauste
Franz über die Salzwüste, Etappenziel war die Isla Pescado, die
ihren Namen nach ihrem Umriss in Form eines Fisches bekam. Wir
verbrachten hier ein paar Stunden. Während Franz das Essen
zubereitete, bestiegen wir einen Hügel, von dem aus wir den Blick
auf den 5400m hohen Vulkan Tunupa genossen. Die Insel ist mit
zahllosen, bis zu 12m hohen Kakteen bewachsen, die teils mehr als
tausend Jahre alt sind. Fotomotive ohne Ende.....
Am späten Nachmittag verließen wir den Salar und bezogen Unterkunft
im einzigen Salzhotel, welches noch geöffnet hat. Das gesamte
Gebäude, sowie die Inneneinrichtung ist aus Salzblöcken erbaut. Wir
unternahmen noch eine kleine Wanderung zu einer nahe gelegenen
Ausgrabungsstätte wo es zwei Mumien zu sehen gab. Zurück im „Hotel“
erwartete uns warmes Wasser zum Duschen und ein leckeres Abendessen.
Nach einer geselligen Runde begaben wir uns früh in unsere
„Salzbetten“.
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Bei den Lagunen
Die Nacht im Salzhotel war wirklich bequem gewesen. Nach dem
Frühstück zogen wir weiter. Bei der Geisterstadt Chiguana passierten
wir die stillgelegte Eisenbahnstrecke Uyuni – Antofagasta (Chile).
Etwas weiter begegneten uns zwei Andenfüchse, die neugierig bis auf
wenige Meter an unser Fahrzeug heran kamen.
Gegen Mittag erreichten wir die ersten Lagunen. Hier, auf über
4000m waren wir doch sehr überrascht, dass es außer den
allgegenwärtigen Lamas und Vicunas noch weiter Tiere zu sehen gibt,
die man in dieser Höhe nicht erwartet: Flamingos! Hunderte dieser
herrlichen Vögel bevölkerten die Wasserstellen.
400km bewältigte Franz an diesem Tag, ein weiterer Highlight war der
„versteinerte Baum“, ein bizarrer Fels, der durch die Witterung und
Erosion die Form eines Baumes angenommen hat.
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Unser Endpunkt des Tages war schließlich die Laguna Colorada
(4275m), mit ca. 60qkm der größte der Seen. Den Namen hat er wegen
des durch kupferhaltige Mineralien rotgefärbten Wassers. Gerade in
den Abendstunden, bei tief liegender Sonne, ist das Farbenschauspiel
am ausgeprägtesten. Daher unternahmen wir vor dem Abendessen eine
Wanderung zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir eine herrliche
Panoramasicht genossen. Ein roter See mit weißen Borax-Inseln,
umrahmt mit gelbfarbenen Andengras, dazu die unzähligen
Andenflamingos und ein stahlblauer Himmel über den schneebedeckten
Berggipfeln, einfach grandios!
Die Unterkunft an der Lagune war mit der im Salzhotel nicht zu
vergleichen. Die gesamte Gruppe teilte sich einen Raum. Die sieben
Betten füllten das ganze Zimmer aus. Kein fließend Wasser, keine
Heizung, kein Strom! Von einer Toilette ganz zu schweigen ....! In
voller Montur krochen wir in unsere Schlafsäcke.
Morgens um 05.00h wurden wir von Franz geweckt. Draußen war es noch
genauso stockdunkel wie in unserer Bude, mit einer Kerze und zwei
Taschenlampen packten wir unsere Siebensachen. Über Nacht waren
Teile der Lagune zugefroren. Es war eiskalt! Ohne Morgenwäsche und
Frühstück ging es gleich darauf los. Was waren wir froh, dass die
Heizung im Auto funktionierte! Den Grund unserer frühen Abreise
erreichten wir nach einer knappen Stunde. Auf 4870m erreichten wir
den Geysir Sol de Manana, der nur in den frühen Morgenstunden aktiv
ist.
Ein paar Kilometer weiter befinden sich die Termas de Chalviri, wir
verzichteten aber auf das Bad im 30 Grad warmen Wasser. Hier wurde
uns von Franz dann auch das Frühstück zubereitet. Eine Fahrstunde
später lag dann die Laguna Verde vor uns. Umrahmt von den fast 6000m
hohen Vulkanen Lincancabur und Juriques befanden wir uns nun im
südwestlichsten Teil Boliviens, im Dreiländereck zu Argentinien und
Chile.
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Im Salar
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Salzhotel
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Franz, der in den vergangenen Tagen fast 600km zurückgelegt hatte,
setzte uns zur Mittagszeit an der Grenzstation nach Chile ab. Wir
verabschiedeten uns von unseren Mitfahrern, die wieder zurück nach
Uyuni mussten. Nach den Zollformalitäten bestiegen wir einen
bequemen Minibus, der uns nach San Pedro de Atacama brachte.
Für mich waren die Tage im Salar und den Bergen der Höhepunkt der
ganzen Reise. Während unseres Urlaubs (Nov./Dez.) war die beste
Zeit, den Salzsee und die Lagunen zu bereisen. Je nach Jahreszeit
kann es Nachts schon mal –20 Grad an der Colorada werden. Auch der
Preis war sensationell, pro Person zahlten wir in etwa 100USD für
den kompletten Dreitages-Trip von La Paz bis nach San Pedro.
Gebucht hatten wir den Trip bei Olivos Tours in La Paz, Sagarnaga,
gleich gegenüber des gleichnamigen Hotels in der Altstadt. Der Chef
spricht deutsch! Büro in Uyuni in der Av. Ferroviaria.
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Nordchile
San Pedro ist eine 2000 – Seelengemeinde mitten in der Atacamawüste,
einem der niederschlagsärmsten Gebiete der Erde. Innerhalb einer
Fahrstunde waren wir tropischen Temperaturen ausgesetzt. Die Suche
nach einer Unterkunft gestaltete sich schwierig, in diesem
abgeschiedenen Ort wurden Zimmerpreise verlangt, wie wir sie auf der
ganzen Reise nicht erlebt hatten. Etwas außerhalb des Zentrums
wurden wir dann doch noch fündig und nach einer erfrischenden Dusche
erkundeten wir den Ort.
Es wurde gerade das 20 – jährige Bestehen der Kommune San Pedro
gefeiert, auf dem Dorfplatz gab es Livemusik und die Jugendlichen
spielten auf dem Dorfplatz ein Fußballturnier.
Überall wurden Touren zum Mondtal (ähnlich dem in La Paz), zu
Geysiren und einem Salzsee angeboten, aber das hatten wir in den
letzten Tagen schon gesehen. So legten wir einen Ruhetag ein. Zudem
gab es im Ort auch einiges zu sehen, wir besuchten u.a. das
archäologische Museum und die alte Dorfkirche. Den restlichen Tag
verbrachten wir mit Faulenzen und Surfen im Internet.
Tags darauf ging es weiter. Wir nahmen einen Nachtbus, der uns in
gut 10 Stunden ins 700km entfernte Arica schaukelte.
Einigermaßen ausgeruht erreichten wir die nördlichste Stadt Chiles
im Morgengrauen. Für eine Nacht bezogen wir Quartier im Hotel
Savona. So hatten wir also den ganzen Tag Zeit, die Grenzstadt zu
erkunden.
Wir ließen uns per Taxi zum südlichen Stadtrand auf einen Berg
chauffieren. Neben einem Kriegsmuseum und einer riesigen
Christusstatue gab es eine wunderbare Aussicht auf die Stadt zu
bewundern. Die City ist ein einziges Einkaufsparadies, speziell
ausgerichtet auf Grenzgänger des Nachbarlandes Peru. Zu Mittag
speisten wir in einem Einheimischenlokal und besichtigten dann den
Bahnhof. Hier endet die Bahnlinie aus La Paz. Ursprünglich wollten
wir ja auf dieser Strecke reisen, doch der Umweg über Uyuni warf
unsere Planung über den Haufen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen lag eine
Tagesreise bis Arequipa vor uns. Mit einem Taxi ließen wir uns über
die Grenze ins 50km entfernte Tacna bringen. Am Zoll wurde unser
komplettes Gepäck inspiziert, doch ohne Probleme ließ man uns
einreisen.
Am Busbahnhof der peruanischen Grenzstadt gab es dann doch noch
Schwierigkeiten. Wir hatten zwar in Arica einen Luxusbus gebucht und
auch bezahlt, unser Taxler setzte uns aber an einem Local - Bus ab,
der sich nach 2-stündigem Warten immer noch nicht in Bewegung
setzte. Man hatte uns also übers Ohr gehauen. Mit dieser
Schrottkiste wollten wir nicht fahren, also lösten wir nochmals ein
Ticket für den bequemen Überlandbus. Für diese 420km brauchten wir
nochmals sieben Stunden, zwei weitere Male wurden wir von der
Polizei angehalten und inklusive dem Gepäck gefilzt. So war es dann
schon dunkel als wir schließlich Arequipa, die zweitgrößte Stadt
Perus erreichten.
Homepage San Pedro :
www.sanpedroatacama.com
Alles wichtige über Arica :
www.infoarica.com
Unterkunft in Arica :
www.hotelsavona.cl
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Andenfüchse
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Laguna Hedionda
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Arequipa
Die vom schneebedeckten Vulkan Misti überragte (fast-)
Millionenstadt Arequipa hat viele Namen. Wegen der ganzjährigen
milden Temperaturen wird sie die „Stadt des ewigen Frühlings“
genannt. Manche sprechen auch von der „Weißen Stadt“. Das
historische Zentrum, seit 2000 Weltkulturerbe der UNESCO, ist aus
weißem Sillar gebaut, einem vulkanischen Gestein. Für viele ist die
„Ciudad Blanca“ die schönste Stadt Perus.
Schon vor einiger Zeit hatten wir eine Reservierung im „La Casa de
mi Abuela“ getätigt. Dieses familiäre Hotel liegt hinter einer Mauer
versteckt, hat liebevoll eingerichtete Zimmer und einen
wunderschönen Garten, in dem das reichhaltige Frühstücksbuffet
serviert wird. Auf unserer dreiwöchigen Reise die beste Unterkunft
nach Preis – Leistungs – Verhältnis. Im angeschlossenen Reisebüro
kann man u.a. eine Tour ins Colcatal buchen, was wir aus Zeitmangel
aber nicht mehr in unsere Reiseroute aufnehmen konnten.
Nach den Anstrengungen der letzten Tage wollten wir nur noch
relaxen.
Arequipa selbst ist aber dermaßen facettenreich, dass wir die drei
Tage unseres Aufenthaltes jede Menge zu entdecken hatten.
An der Plaza de Armas nimmt die klassizistische Kathedrale die
komplette Nordseite ein. Gegenüber liegt die Iglesia la Compania de
Jesus, eine Jesuitenkirche mit einem reich verziertem
Eingangsportal. Rund um den Hauptplatz gibt es hunderte Geschäfte
und Souvenierstände. An allen Ecken werden typische Andenken
feilgeboten, wie Alpacastrickereien, Ponchos oder Inkaschmuck.
In unserem Reiseführer wurde uns der Taxifahrer Pablo empfohlen, der
täglich vor unserem Hostal auf Kundschaft wartet und eine spezielle
Fahrt, die Campina – Tour, zu einem vernünftigen Preis anbietet.
Natürlich waren wir bei diesem 50km langen Ausflug rund um Arequipa
mit dabei! Pablo fährt die Strecke schon seit über 20 Jahren und
spricht recht gut deutsch. Auf der Route besichtigten wir einige
Kirchen und spektakulären Aussichtspunkte. Das Highlight war
allerdings Pasqal, ein 1,4 Tonnen schwerer Bulle, auf dem wir sogar
Reiten durften.
Was man in Arequipa auf keinen Fall verpassen sollte, ist das
Kloster Santa Catalina. Über 300 Jahre war es für die Öffentlichkeit
unzugänglich. Seit 1970 kann man es nun besichtigen. Mitten in der
Stadt gelegen, lebten hinter den hohen Klostermauern bis zu 150
Nonnen und 400 Dienstmädchen auf dem 20.000qm großen Areal. Heute
sind es noch ca. 30 Ordensfrauen der Dominikaner, die man aber
während eines Rundganges nicht zu Gesicht bekommt.
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La Catedral
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Fertig zur Heimreise
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René Jahn
Das Reisen war schon immer die große Leidenschaft von René Jahn. Als Kind mit den Eltern, später als Teenager auf eigene Faust, bereiste er Europa.
In den Achziger Jahren begann er mit Fernreisen.
Mittlerweile hinterließ er seine Fußspuren in über 50 Ländern
auf allen Erdteilen.
Mehr als vierzig mal zog es ihn nach Südostasien, vor allem
hat es ihm die Götterinsel Bali angetan.
René, Jahrgang 1960, ist Beamter und wohnt mit seiner
Lebensgefährtin Sabine in Nürnberg.
Kontakt via: woopwoop@t-online.de
© Copyright für Artikel und Bilder liegen beim Autor
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Für uns beide war der Besuch des Klosters wie ein Blick zurück
ins Mittelalter. Unvorstellbar, wie man sein ganzes Leben, ohne
Kontakt nach draußen, hier verbringen konnte.
Unsere letzten drei Urlaubstage in Arequipa vergingen rasch, Pablo
brachte uns schließlich zum Flughafen. Über das Reisebüro des Hotels
hatten wir einen Inlandflug zurück nach Lima gebucht. Dort hatten
wir ein paar Stunden Aufenthalt, bis es über Bonaire und Amsterdam
nach Hause ging.
Unterkunft in Arequipa :
www.lacasademiabuela.com
Das angeschlossene Reisebüro:
www.giardinotours.com
bietet u.a. Mehrtagestrips ins Colcatal an,
inkl. Übernachtungen im eigenen Hotel. Die Preise stehen in
einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis.
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