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Halali
20. Oktober 2003
Nach dem Frühstück spazieren wir zum Wasserloch. Nur 2 Zebras. Wir gehen zurück und
beginnen unsere Rundfahrt Es ist fruchtbar trocken, Wir fragen uns wie die zahlreichen Tiere überhaupt
satt werden. Plötzlich sehen wir ein halbes Dutzend Aasgeier an einem verendeten Kudu. Es sind
Weißrückengeier, die das tote Tier zerfleischen. Einige sind schon satt und hängen in
den Baumwipfeln. Wir treffen Kudus, Gnus, Giraffen, Strauße und Springböcke usw. Am Wasserloch
Nuamses treffen wir auf eine riesige Herde Springböcke. Alle anderen Wasserlöcher in der Umgebung
von Halali sind ausgetrocknet.
Wir sind zufrieden mit der Fotoausbeute und kehren zum Camp zurück, um dort im Restaurant preiswert
und gut zu Mittag zu essen. Im Restaurant ist ein riesiges Buffet aufgebaut. Alles ist sehr liebevoll und
reichhaltig. Einige Gäste aus Deutschland benehmen sich sehr "ramschig" Es ist gut
frühzeitig dort zu sein.
Abends gehen wir rechtzeitig zum Wasserloch um uns einen guten Beobachtungsplatz zu sichern.
Als die Sonne gerade hinter dem Berg verschwindet, sehen wir in der grauen Dämmerung, eine Elefantenherde,
die zum Wasserloch kommt. Vier große Elefanten schützen mit ihren schweren Körpern drei
kleine noch junge Tiere. Es ist interessant zu sehen, wie die Großen die Kleinen schützen und
die Kleinen von den Großen lernen, wie man am besten Wasser zu sich nimmt. Sie bleiben fast den
ganzen Abend. Es stört sie nicht, dass das Wasserloch beleuchtet ist.
Beeindruckt und erfreut über dieses Naturschauspiel – ärgerlich, weil die Filmkamera defekt ist –
gehen wir ins Haus zurück. Bei einer Flasche Wein mit Erdnüssen lassen wir den Tag ausklingen.
Gegen 1.00 Uhr in der Nacht können wir nicht mehr schlafen. Alle Schleimhäute sind so trocken
und voller Staub, dass wir fast nicht atmen können. Der feine Staub dringt von draußen durch die
Fenster nach innen. Wir feuchten unsere Taschentücher an und legen diese übers Gesicht. Jetzt
schlafen wir weiter.
Halali - Namutomi - Hoba - Khorab Lodge
21. Oktober 2003
Nach dem Betanken "unseres" Daimlers verlassen wir Halali und begeben uns auf die Strecke
nach Namutoni, das östlichen Tor zum Etosha NP. Unterwegs sehen wir zahlreiches Wild und plötzlich
stehen 2 große Elefantenbullen am Wegesrand. Einer links – einer rechts. Nach dem Motto – nie waren wir
uns so nah wie heute – fotografieren wir dies uns friedlich beäugenden Kolosse.
Das Camp Namutomi macht ebenfalls einen guten Eindruck. Es zählt zu den meistbesuchten, weil es
hier die meisten Wasserstellen gibt. Leider war auch hier schon alles ausgebucht. Nach einer kurzen Pause
verlassen wir den Etosha NP, denken an das Wiederkommen und fahren in Richtung Grootfontein.
Wir wollen zum Hoba – Meteoriten.
Ungefähr 20 km westlich von Grootfontein finden wir den Meteoriten auf der Farm Hoba West. Der
Eintritt kostet 10N$ und dann darf man das Atrium mit dem 55 Tonnen schweren zweitgrößten
Meteoriten besichtigen. Eine nette saubere Anlage.
"Größter bekannter Metall-Meteorit der Welt. Zusammensetzung 93% Eisen und 7% Nickel.
Gefunden in den frühen 20er Jahre durch den damaligen Eigentümer. Heute ist diese Stelle nationales
Denkmal". So heißt es auf einer Tafel.
Weiter nach Grootfontein zum Einkaufen. Unsere Weinsorte ist hier teuer. Wir tanken und fahren Richtung
Otavi und machen Rast an einem Parkplatz. Ria findet 10N$. Somit ist der Weinpreis wieder ok. Die
Ortsbeschreibung der Khorab Lodge ihttp://resafrica.net/khorab-lodge/rritiert. Nach ein paar vergeblichen
Suchfahrten finden wir die Safari – Lodge. Die Anlage ist sehr gepflegt. Die netten reetbedachten Bungalows
und das Grün der Anlage sind gefällig. Wir werden nett begrüßt. Ein Angestellter nimmt
sich Zeit und stellt sich unseren Fragen. Er äußerte Respekt vor Nelson Mandela, dass dieser es
verstanden hat ohne Rache und Hass das Land zu befrieden. "Wäre Nelson Mandela schon früher
Präsident von Südafrika geworden, gäbe es heute kein Namibia in dieser Staatsform". Er
selber kämpfte noch als Soldat in Angola. Ruhige Länder seien heute Botswana, Sambia und Mozambique.
– Vielleicht reisen wir auch mal dahin.
Abends gönnen wir uns ein Rumpsteak und trinken Bier, denn wir haben Durst. Mit Frau Montermanns
gutem Essen ist es nicht zu vergleichen.
Waterberg-Plateau - Oase Guestfarm
22. Oktober 2003
Am Geburtstag mal wieder nicht zu Hause. Kein Aufschrei, nein, froh, dass ich diese Reisen mit Ria
unternehmen kann. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von der netten Verwalterin und fahren nach Otjiwarongo.
Von diesem Ort war Familie Montermann angetan. Er gefällt uns ebenfalls sehr gut. Ein Ort zum Einkaufen.
Geschäfte wie in einer deutschen Kleinstadt. Im Cafe Carstensen essen wir eine leckere Apfeltorte nach
bestem deutschen Geschmack. Umgangssprache ist hier vorwiegend deutsch.
An sich wollten wir heute zum Waterberg–Plateau-Park. Doch fanden wir hier aus bekannten Gründen keine
Unterkunft mehr. Die Damen von Namibreservation schlugen die Oase Guest Farm vor, da man von dort einen
großartigen Blick auf das Waterbergplateau habe. Pad 2804 führt uns. Eine nicht enden wollende
Schotterpiste gut 50 km.
Herr Tonnemann, der Verwalter, empfängt uns an den in einer roten Blumenpracht umgebenen Gästezimmern.
Ein sauberes Schwimmbad ladet zum Baden ein. Bei einer Tasse Kaffee erfahren wir so einiges:
Die Rinderzucht unterliegt strengen Vorschriften, wobei den natürlichen Futtermittel keine Fremdstoffe
zugefügt werden dürfen. In den Schlachthäusern wird genau festgehalten von welchem Zuchtbetrieb
die Ware kommt. (Brandzeichen und Marke). Verstößt ein Farmer gegen dies Futtervorschriften, so
verliert er seine Produktionsnummer.
Die Rinder werden durch Bullen auf natürliche Art gedeckt und gebären ihre Kälber im Freien.
Danach werden sie aus Sicherheitsgründen in den Stall gebracht und an den Menschen und Stall gewöhnt.
Nach 6 Wochen gehen die Kälber mit ihren Kühen wieder ins Freie.
Große Gefahr für die Rinder und Kälber sind die Leoparden. Um diese Gefahr einzudämmen,
werden Esel zu den Rinderherden gesellt, die vor den Leoparden oder Geparden warnen. Im Haus sind 4 Katzen. Katzen halten Mäuse fern und damit auch
Schlangen! Die Wachteln tragen unter ihrem Gefieder Wasser vom Wasserloch zu den Jungen, ebenso die Stachelschweine
unter ihren Stacheln.
Die Farmer, die Simbabwe (Südrhodesien) verlassen mussten unter Mugabe, können in Mozambique
für 99 Jahre Farmgelände pachten, um mit der einheimischen Bevölkerung das Land zu kultivieren.
Es bewölkt sich. Es gewittert. Das Gras duftet leicht. Herr Tonnemann meint, dass sei Parfum für
seine Nase. Über dem Waterbergplateau regnet es. Von der Terrasse hat man einen atemberaubenden Blick
über dieses Plateau. Diese freistehende "Waterberg" ist 1900 m über NN und ist etwa
48 km lang und bildet oben ein Plateau von – 16 km Breite. Leider fallen hier nur ein paar Tropfen. Die Dürre bereitetet in diesem Jahr viel Kummer. Es muss immer tiefer nach Wasser gebohrt werden.
Der Rindviehbestand wurde schon reduziert.
Zitat ADAC :"Der Regen fällt hier nämlich nicht flächendeckend, oft sind es nur
ein paar Hektar, die etwas von dem Nass abbekommen. Der große Rest bleibt trocken. Je größer
das Farmland, desto größer also die Chance, vom spärlichen Regen wenigstens ein bisschen bedacht
zu werden."
Die Regenzeit ist von Oktober – Dezember, die große von Januar bis März.
Ein familiäres Problem ist die Schule bzw. Ausbildung der Kinder. Ein Kind studiert in Kapstadt,
ein Kind macht dort gerade das Abitur und das jüngste Kinde besucht eine Internatsschule in Otjiwarongo.
Einfach Fahrt 50 km. Die Kinder kommen am Wochenende nach Haus. Fahrgemeinschaften werden mit Nachbarfarmen gebildet.
Zum Abendessen gibt es Gulasch vom Kudu nach Hausmannsart.
Windhoek - Maison Ambre
23. Oktober 2003
Heute früh ein sagenhafter Sonnenaufgang über das Waterberg-Plateau. Herr Tonnemann
frühstückt mit uns. Seine Frau muss ins Krankenhaus gebracht werden. 50 km! Auf dem Heimweg
will er seinen Sohn von der Schule mit nach Hause nehmen, sonst muss er morgen wieder diese weite Strecke fahren.
Als Farmer wird er auf der Farm gebraucht.
Wir erledigen noch die Abreiseformalitäten und werden an der Torausfahrt von einer frohen Schar
schwarzer Kinder umringt. Gegen einen obulus – jeder ein Tütchen Gummibären – lassen sie uns rausfahren.
Auf der Gravel –Road springt plötzlich ein Kudu elegant über den Zaun. Kurz danach läuft neben uns
eine Rotte Warzenschweine. Ria reagiert gut, so dass nichts passiert.
Endlich sind wir auf der B1 Richtung Windhoek. Anfangs ist die Strecke malerisch. Sie erinnert an die Strecke
durch die Drakensberge in Südafrika.
Die Fahrtstrecke ist teils als Autobahn fertig gestellt, teils sind aber noch riesige Baustellen. Wir halten
in Okahandja. Der Ort ist bekannt für seine Holzschnitzereien. An der Straße überall
Verkaufsstände. Doch alles wirkt unsicher. Also erst Auto sichern und dann beginnen wir unseren Rundgang.
Überall hört man."Mother and father no food. Good Price." Schließlich erstehen wir
2 Holzschalen für 100 N$. Wir können den Markt nicht in Ruhe genießen, weil wir immerzu
bedrängt werden.
Da wenig Verkehr ist, sind wir bereits gegen 15.00 Uhr in Windhoek im Maison Ambre. So schließt sich allmählich der Kreis unserer Reise. Frau Graefe empfängt uns.
Da sie Zeit hat, lädt sie uns zu einer Rundfahrt ein. Zunächst werden in einer Gärtnerei
Perlhühner aus Ton gekauft, dann geht es weiter zum alten Brauhaus (craft.stores), Gutenberg-Center
dann zum Voigt Center.
Draußen auf der Straße ist ein großes Militäraufgebot. Der Präsident kommt
wohl vorbeigefahren. Alles muss stehen bleiben und von ferne naht unter Sirenengehul der Präsident:
Eine Wagenkolonne als sei der Präsident der USA zu Besuch, begleitet ihn. Man lernt an Vorbildern.
Rita fährt uns auf die noblen Hügel der Stadt. Eine Prachtvilla löst die andere ab,
eine Botschaft schöner als die andere. Nach dieser Rundreise sind wir kaputt und genießen den Abend beim Resteessen und Wein.
Windhoek
24. Oktober 2003
Die Sehenswürdigkeiten sind ausführlich in vielen Handbüchern beschrieben. auch im Internet
findet man viele Hinweise über Windhoek. Daher verzichte ich auf eine Aufzählung. Die Stadt liegt
ca 1700 m hoch und hat ungefähr 200.000 Einwohner
Im TV sehen wir Temperaturen in Deutschland, Kälteeinbruch im Süden bei –10 Grad. Hier +35 Grad.
Rita hat den Frühstückstisch wie immer reichlich und hübsch gedeckt. Anschließend
fahren wir in die City. Wir parken an der Christuskirche. Wir schlendern noch einmal alle Center von gestern
ab und besuchen das gerade neu eröffnete Town-Square-Center. Der Präsident hat es gestern eröffnet.
Im Craft-Center essen wir einen herrlichen Salatteller.
Abends fahren wir zu Leo´s Bierstube. Nettes Publikum, das am Eingang auch gemustert wird. Es ist noch ein
Platz für uns frei. und so genießen wir das vorzüglich zubereitete Menu of the Day:
Springbock - Medallions auf Toast, gebackenem Camembert und Lollo-Rosso-Salat mit Melonenscheiben
und Salatsoße. Mit Wasser zahlen wir 110 N$! Gut, dass wir dieser Empfehlung Folge leisteten.
Anschließend zurück. Zur Nacht: Ein Wein muss sein. Wir können nicht schlafen. Reisefieber?
Windhoek – Johannesburg – Braunschweig
25. Oktober
Nach dem guten Frühstück verabschieden wir uns von den netten Gastgebern. Am Flughafen
tanken wir unseren Mietwagen voll. Die Rückgabe bei Budget geht zügig.
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